Soneka Games' handgezeichneter Roguelike-Deckbuilder ist heute erschienen und macht Beziehungen, Erinnerungen und persönliche Symbole zum flexiblen Kartenmotor.

Dreamcards ist jetzt auf Steam verfügbar. Das Debüt des brasilianischen Studios Soneka Games gibt dem Roguelike-Deckbuilder eine persönliche Wendung: Statt eine Gruppe aus Kriegern oder einen Stapel voller Waffen aufzubauen, führst du eine zurückgezogene Figur namens Self durch wiederkehrende Träume und stellst ein Deck aus den Menschen und Erfahrungen zusammen, die ihr Leben prägen. Das Spiel ist am 19. August 2026 für PC erschienen und kostet 9,99 US-Dollar, 9,09 Pfund oder 10,25 Euro. Zum Start gibt es zeitlich begrenzt 15 Prozent Rabatt. Eine kostenlose Demo bleibt verfügbar.
Die zentrale Idee lässt sich leicht erklären, ist in der Umsetzung aber ungewöhnlich. Mutter, Vater, Geschwister, bester Freund, Geliebte und Großeltern werden zu Charakterkarten, während gemeinsame Erlebnisse als Aktionskarten ins Deck kommen. Jede Beziehung bietet einen eigenen strategischen Ausgangspunkt, doch die Systeme bleiben bewusst offen. Karten ziehen, Aktionen gewinnen, Karten kaufen, Ressourcen umwandeln, das Deck erweitern und Karten erneut ausspielen können sich gegenseitig verstärken. So wächst eine gute Kombination zu einer übergroßen Engine.
Ein Durchlauf bewegt sich durch sieben Tage und sieben Nächte. Tagsüber besuchst du Beziehungen erneut und formst dein Deck. Nachts stört das Monster im Inneren deinen Plan mit Effekten, die Ladenpreise erhöhen, die Starthand verkleinern, Aktionskosten steigern oder den Ablagestapel beeinflussen können. Dein Ziel ist es, einen luziden Traum zu erreichen, bevor der Albtraum übernimmt. Die Herausforderung besteht also nicht nur darin, einen Lebensbalken zu leeren, sondern auch die Engine zu schützen, die dein Deck am Laufen hält.
Auch bei der Präsentation geht Dreamcards einen eigenen Weg. Soneka Games erzählt Selfs Geschichte ohne Dialoge, Erzählerstimme oder erklärende Texte. Mehr als 200 handgezeichnete Illustrationen und Animationen nutzen Gesichtsausdrücke, Gesten, Traumbilder, Tarot-Einflüsse und Anregungen aus der brasilianischen Cordel-Tradition. Die emotionale Deutung bleibt dadurch teilweise dir überlassen. Das passt besonders zu Deckbuilder-Fans, die neben Experimenten auch eine starke visuelle Identität suchen.
Der Steam-Start ist die erste öffentliche Version und noch kein fertiges Review-Urteil. Auf Steam gibt es derzeit keine Nutzerreviews, deshalb ist die kostenlose Demo heute der sinnvollste Einstieg in Dreamcards. Wenn dich die Beziehungskarten und die wortlosen Erinnerungen ansprechen, bietet die Vollversion zehn Schwierigkeitsstufen, Kartenmeisterschaft, sich entwickelnde Archetypen und viel Raum, eine funktionierende Strategie über ihre ursprüngliche Form hinauszutreiben.
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