Das solo entwickelte Fabrikspiel mit Pixelphysik erreichte auf Steam eine fünfstellige Spielerspitze, sammelte überwältigend positive erste Reviews und erhielt zwei schnelle Updates.

Sandustry ist am 13. August 2026 in den Early Access gestartet. Die erste Woche fiel für ein solo entwickeltes Fabrikspiel ungewöhnlich groß aus. Beim Abruf am 20. August führte Steam 1.473 englischsprachige Nutzerreviews, davon waren 97 Prozent positiv. SteamDB verzeichnete am 16. August einen bisherigen Höchstwert von 12.551 gleichzeitig aktiven Steam-Spielern. Diese Zahlen sagen noch nichts über den gesamten Early Access aus. Sie zeigen aber, dass Lantto Games zum Start deutlich mehr Menschen erreicht hat als die meisten kleinen Automatisierungsspiele.
Erhältlich ist Sandustry auf Steam, GOG und im Microsoft Store. Im PC Game Pass ist es seit dem ersten Tag enthalten. Der reguläre Preis liegt bei 14,99 Euro, bis zum 27. August gilt ein Start-Rabatt von 35 Prozent. Auf Steam bleibt außerdem eine kostenlose Demo verfügbar. Das ist hier besonders sinnvoll: Die Idee des Spiels lässt sich leicht erklären, doch ob das Sortieren und Verarbeiten Tausender simulierter Partikel Spaß macht, merkt man erst beim eigenen Ausprobieren.

Jedes sichtbare Korn lässt sich abbauen, bewegen, verarbeiten, mischen oder zerstören. Sand fällt herab und saugt Wasser auf. Eis schmilzt, Wasser kocht und Dampf steigt nach oben. Wer Materialien nicht sauber führt, findet sie schnell an einer Stelle wieder, an der sie nichts zu suchen haben. Förderbänder, Filter, Rohre, Pumpen, Aufzüge, Drohnen, Sensoren und Logikbausteine machen aus diesem unruhigen Untergrund nach und nach ein Produktionsnetz. Die Fabrik bleibt dabei immer Teil der Höhle, in die sie gebaut wurde.
Genau darin unterscheidet sich Sandustry von einem bekannten Automatisierungsablauf auf einer zweidimensionalen Karte. Fortschritt entsteht, wenn du die Eigenschaften der Stoffe verstehst und für deine Anlage ausnutzt. Lava kann Problem oder Werkzeug sein. Ein Flammenwerfer räumt nicht nur Gegner aus dem Weg, sondern öffnet auch Pfade durch Eis. Alte Gewölbe und Artefakte locken fort von den Maschinen und hinein in die prozedurale Welt, in der Abbau und Rätsellösung oft dasselbe sind. Auch Rock Paper Shotgun stellte zum Start diesen Punkt heraus: Die frei zerstörbare Umgebung ist wichtig, weil sie selbst ein Teil der Maschine bleibt.
Die sehr positive Resonanz bedeutet nicht, dass der Start ohne Probleme verlief. Lantto Games sprach in den ersten Updates offen über Abstürze und weitere größere Fehler. Hotfix v0.5.3 erschien am 14. August. Er ergänzte bessere Diagnoseprotokolle, senkte den Speicherbedarf der Wolken, die aus kondensierendem Dampf entstehen, erklärte blockierte Ziele deutlicher und führte eine Startoption ein, die bei bestimmten Abstürzen helfen soll. An umfassenderen Lösungen wurde laut Entwickler weiter gearbeitet.
Update v0.5.4 folgte am 16. August. Seitdem lassen sich Filter schneller bearbeiten. Außerdem reparierte der Patch einen Fortschrittsstopp auf Fabrikstufe 5, machte festhängende rote Blöcke vorläufig entfernbar, verbesserte die Symbole im Spielstandmenü und ergänzte frei belegbare Tasten für den Zoom. Das sind keine spektakulären Neuerungen. In einem komplizierten Fabriksystem können solche Hindernisse den Spielfluss jedoch stärker stören als ein fehlendes Komfort-Extra. Zwei Updates in vier Tagen sind deshalb ein gutes Zeichen, aber noch kein Beleg dafür, dass alle technischen Probleme behoben sind.

Aus der ersten Woche lässt sich eine Sache klar ablesen: Die Mischung aus Fabrikplanung und simulierter Materie findet ihr Publikum. Die 97 Prozent positiven Reviews fallen besonders auf, weil beim Abruf bereits deutlich mehr als tausend englische Bewertungen vorlagen. Auch die fünfstellige Spielerspitze verschafft Workshop, Wiki und Community eine gute Ausgangslage.
Trotzdem bleibt Sandustry ein Early-Access-Spiel. Lantto Games rechnet derzeit mit ungefähr einem Jahr Entwicklungszeit. Geplant sind weitere Gebäude, Rohstoffe, Produktionsketten, Aufgaben, Biome und Technologien sowie eine feinere prozedurale Generierung. Der Zeitplan kann sich durch Rückmeldungen ändern, und mit wachsendem Umfang könnte der Preis steigen. Wer eine fertige Fortschrittskurve oder belegbar stabile Großfabriken erwartet, sollte die aktuelle Begeisterung deshalb als starkes Startsignal verstehen, nicht als endgültiges Urteil.
Für Fabrikfans, die gern chaotische physikalische Systeme ordnen, ist Sandustry aber schon jetzt einer der auffälligsten August-Releases. Die erste Woche brachte eine seltene Kombination: eine eigenständige Mechanik, ein großes Publikum und einen Entwickler, der schnell auf die erste Problemwelle reagiert.
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