Bonehold Test – Grobkörniger, Build-lastiger Roguelike-Dungeon-Crawler
Bonehold verbindet 3D-Roguelike mit ARPG-Hack-and-Slash, sieben Klassen und prozedural generiertem Loot. Ein befriedigender Dungeon-Loop mit eigenständigem Artstyle und vielen Build-Spielereien.
Ich bin eher zufällig über Bonehold gestolpert und erwartete einen gewöhnlichen Indie-Dungeon-Crawler — bekommen habe ich ein unerwartet knackiges ARPG mit Roguelike-Kern. Geladene Angriffe, tückische Fallen und ein Loot-System, das Experimentieren belohnt, prägen das Erlebnis. Wenn du skurrile Builds liebst und gern Sekunden im Bossfight rausholst, trifft Bonehold genau ins Schwarze. Perfekt ist es nicht, aber Charm und Tempo sorgen für viele Wiederholungen.

Zwischen Stacheln und Skeletten tanzen
Im Kern steht bei Bonehold der Kampf-Loop: Du bewegst dich durch enge Festungskorridore, lockst Gegner in Engstellen und kombinierst geladene Angriffe mit Ausweichmanövern und Blocken. Viele Waffen nutzen ein Lademodell, sodass Timing und Positionierung wichtig werden — ein schneller Hieb reicht im späteren Spiel oft nicht mehr aus. Zwischen den Räumen tastet man neue Gear-Prefixe ab und passt seinen Build an; ich habe mitten in einem Run aufgehört, nur um mit einer seltsamen Armbrust-Prefix herumzuexperimentieren. Begegnungen belohnen Geduld und räumliches Denken, auch wenn ein perfekt getimter Parry immer noch großartig ist. Bosskämpfe sind inszeniert und bestrafen Gier — nach einem peinlichen Tod durch eine Falle hat mir das gefallen.
Wenn Loot zur kleinen verrückten Werkstatt wird
Was Bonehold süchtig macht, ist das Zusammenspiel der Items. Waffen, Rüstungen und Zauber tauchen mit Prefixen auf, die Spielstile verdrehen können — manchmal wird aus einer gewöhnlichen Keule mit einem merkwürdigen Prefix ein run-bestimmendes Werkzeug. Die sieben Klassen (vom Knight über Scorcher bis Spellblade) liefern klare Archetypen, aber der wirkliche Spaß kommt durch Hybridisierung: Kann ein Death-Knight-ähnlicher Build einen langsam ladenden Stab effektiv nutzen? Legendäre Items sind Kraftschübe und können Runs im besten Sinn 'brechen', was zu diesen „oh nein, oh ja“-Momenten führt, in denen plötzlich alles passt. Die prozedurale Generierung hält Runs frisch, auch wenn man wiederkehrende Raum-Templates und Gegnertypen bemerkt – die Vielfalt ist für ein kleines Team solide.
Handgemalter Groll und Sound, der antreibt
Visuell bietet Bonehold eine ungewöhnlich überzeugende Mischung: handgemalte Texturen zusammen mit Pixel-Art-Sprites, die Figuren und Gegnern Charakter verleihen. Die Beleuchtung und der Nebel in der Festung schaffen echte Atmosphäre — manchmal schlich ich vorsichtiger vor als in manchem Survival-Horror. Das Sounddesign ist zurückhaltend, aber wirksam; der Soundtrack bleibt dezent im Hintergrund und lässt Schritte und metallische Klänge Spannung tragen. Die Performance auf meinem Windows-PC war stabil, aber ich teile den Wunsch anderer Spieler nach Steam-Deck-Kompatibilität: Controller- und Handheld-Unterstützung würden das Erlebnis deutlich aufwerten. Barrierefreiheits-Optionen sind grundlegend; ein paar QoL-Toggles (schnellere Charge-Anzeigen, Checkpoints) wären willkommen.

Bonehold ist ein kompaktes, selbstbewusstes Roguelike, das den Loot-und-Build-Loop meist gut trifft. Es eignet sich besonders für Spieler, die skurrile Builds, responsives ARPG-Kampfgeschehen und stimmige Dungeons mögen — weniger für Fans nonstop-twitchiger Action oder AAA-Politur. Zum Preis und mit weiteren Updates ist es ein empfehlenswertes Indie-Perlentier, das zu vielen Durchläufen einlädt.






Vorteile
- Straffer, befriedigender Kampf mit sinnvollen Lade-Mechaniken
- Große Vielfalt an Item-Prefixen und Build-Optionen
- Markanter handgemalter + Pixel-Art-Artstyle voller Atmosphäre
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für ein kleines Indie-Team — hohe Wiederspielbarkeit
Nachteile
- Tempo kann sich langsam anfühlen wegen Lade-Angriffen und Fallenzyklen
- Leichte Ungeschliffenheit bei Animationen und Kampf-Feinheiten
- Kein Checkpoint-/Speichersystem und eingeschränkte Accessibility-Optionen
Spielermeinung
Spieler loben immer wieder das Kampffeeling und die Freude, neue Build-Synergien zu entdecken. Viele Reviews beschreiben den Binding-of-Isaac-Moment, wenn sich Items plötzlich zu etwas zerstörerisch-Schönem verbinden, und einige vergleichen das Kampfsystem positiv mit älteren Titeln wie Barony oder Devil Spire. Kritikpunkte konzentrieren sich auf das Tempo — Fallen und Ladezeiten ziehen für manche Runs, und einige bemängeln Animation-Jank oder das Fehlen von Koop. Ein häufiger Community-Wunsch ist Steam-Deck/Controller-Support sowie ein paar QoL-Verbesserungen. Wenn du item-getriebene Roguelites magst, lautet die Empfehlung: Unbedingt probieren.




