Dirty Business Test – Aufbauchaos unter der Stadt mit viel Biss
Errichte ein kriminelles Untergrund-Imperium alleine oder mit Freunden. Dirty Business ist rau, etwas buggy, aber süchtig machend für Fans von Grinding-Aufbau-Sims.
Ich bin in Dirty Business gestartet mit der Erwartung an einen Nischen-Management-Sim und kam gleichermaßen überrascht wie leicht genervt wieder heraus. Die Prämisse ist angenehm offen: betreibe illegale Produktionslinien unter einer Stadt, stelle ein buntes Team ein und verschicke deine Waren per Aufzug, Tarnfirma oder geheimer Landebahn. Wer Spiele wie Schedule 1/II oder simpler aufgebaute Sims wie Cash Cleaner Sim mochte, findet hier vertraute Elemente — aber Dirty Business hat einen eigenen, störrischen Charakter. Es ist eindeutig Early Access: Politur fehlt, doch die Spielschleife macht genug Spaß, dass ich immer wieder zurückkomme, meistens im Koop mit Freund und zu viel Kaffee.

Produktion im Verborgenen
Das Kernspiel fühlt sich herrlich handgemacht an: man startet in einem engen Betonraum und verwandelt ihn nach und nach in ein industrielles Spinnennetz. In meinen Sessions habe ich Pflanzen angebaut, chemische Sets laufen lassen, Waffen oder gefälschte Scheine zusammengestellt und dann Bestellungen jongliert — entscheiden, ob ich sie für Reputation erfülle oder das Rohprodukt schnell verkaufe. Das Tempo ist bewusst grindig: du erweiterst, schaltest Maschinen frei, platzierst Tische und Stationen und mikro-managst Arbeiter, bis du einen Großteil der Abläufe automatisieren kannst. Das Greifen von Boxen, Aufnehmen und Ablegen ist befriedigend, wenn es funktioniert, braucht aber Einarbeitungszeit wegen der etwas unhandlichen Steuerung. Es macht Spaß, die Basis umzubauen und Fließbänder sowie Arbeitsplätze zu optimieren — besonders, wenn eine Lieferung endlich den Aufzug verlässt und die Kasse klingelt.
Wenn Logistik zur kriminellen Kunst wird
Was Dirty Business auszeichnet, ist, dass Distribution selbst zum Spiel wird und nicht nur eine Einkommenszahl. Kleine und mittlere Aufträge gehen per Aufzug nach oben, Tarnfirmen-Lieferwagen übernehmen größere Fahrten und dann gibt es noch die geheime Kartell-Landebahn für massive Sendungen — der Moment, wenn eine Kiste in die Nacht verschwindet, ist fast filmisch. Dealer anheuern, um Produkte durch Bezirke zu bewegen, und entscheiden, wem man vertraut, bringt eine strategische Ebene ins Spiel: mehr in Produktion investieren oder lieber in bessere Routen? Das Liefersystem ist einer der besten Hooks des Spiels und schafft zusammen mit der Produktion eine befriedigende Entscheidungs-Schleife. Dennoch ist das frühe Spiel sehr micromanagement-lastig, besonders bevor das Personalsystem richtig greift — ein Kritikpunkt, den viele Spieler teilen.
Ein Keller voller Charakter (und Bugs)
Optisch ist Dirty Business rau statt hübsch: praktische Texturen, eine lesbare Benutzeroberfläche und klare Maschinen-Icons tun ihren Dienst, das Spiel setzt auf funktionalen Noir statt auf Politur. Der Sound passt: Summen, metallische Geräusche und gedämpftes Stadtleben lassen den Untergrund lebendig wirken. Auf meinem Windows-Rechner lief das Spiel größtenteils stabil, dennoch berichten andere von Frame-Problemen — bei Early Access kein Weltuntergang. Die Zugänglichkeit ist grundlegend: Steuerung ist brauchbar, aber an manchen Stellen hakelig (Boxenhandling, präzises Platzieren), und wiederkehrende Beschwerden über schiefe Platzierungen und merkwürdige Alignments gibt es. Positiv: Die Entwickler sind sehr aktiv, was die rauen Kanten erträglicher macht, weil regelmäßig QoL-Updates erwähnt werden.

Dirty Business ist ein vielversprechender, wenn auch unvollkommener Untergrund-Tycoon — grindig und gelegentlich buggy als Early-Access-Titel, aber mit einem wirklich spaßigen Produktions- und Vertriebskern sowie solidem Koop-Potenzial. Ich empfehle es Spielern, die Optimierungsrätsel, Basisbau und langfristige Progression mögen und kein Problem damit haben, dem Entwicklerteam etwas QA-Arbeit abzunehmen. Wer eine polierte, sofort zugängliche Erfahrung ohne Mikromanagement erwartet, sollte auf einige QoL-Patches warten. Allen anderen: Schnappt euch einen Freund, umarmt das Chaos und genießt das klebrige Vergnügen, wenn die Kartell-Landebahn die erste große Lieferung klar macht.













Vorteile
- Süchtig machende Produktions- und Vertriebs-Schleife
- Spaßiger Koop-Modus für bis zu 4 Spieler
- Aktive, ansprechbare Entwickler
- Viel Inhalt und lohnende Progression für Grinder
Nachteile
- Early-Access-Bugs und gelegentliche Performance-Probleme
- Starke Mikromanagement-Last und zu viel Grind am Anfang
- Unpräzise Platzierung/Steuerung und unsaubere Ausrichtung von Objekten
Spielermeinung
Die Spieler loben meist die Basis-Aufbau-Schleife und den Koop-Spaß: besonders das Liefersystem und das Erfolgserlebnis, wenn eine Sendung rausgeht, werden oft hervorgehoben. Die Kritik ist jedoch deutlich — das Spiel kann sehr grindig sein, die frühe Progression bis zum ersten Mitarbeiter dauert zu lange und das KI-/Aufgabensystem der Arbeiter frustriert viele. Die Steuerung beim Aufnehmen und Ablegen von Boxen wird häufig als hakelig beschrieben, und mehrere Reviews wünschen sich QoL-Features wie einen Müllbehälter, bessere Platzungs-Snapps und eine unendliche Aufgaben-Option für Angestellte. Bugs werden genannt, aber die Community hebt hervor, dass die Entwickler aktiv sind und Updates liefern; wenn du Early-Access-Problemchen tolerierst und Optimieren liebst, macht das Spiel besonders im Koop viel Spaß.




