EXD - Extra Dimensional Test – Ein physiklastiges PCVR-Abenteuer mit Biss
Ein Test zu EXD: Extra Dimensional — ein PCVR-Action-Adventure, das mit greifbarer Physik, prachtvoller Fantasy-Optik und frechem Humor punktet. Geliebt von vielen, an manchen Stellen holprig.
Ich bin mit der Erwartung an EXD gegangen, ein hübsches VR-Demo zu sehen — und habe ein kleines, etwas raues Liebeslied an klassisches PCVR gefunden, das einem wieder klarmacht, warum Raum-Scale und haptische Interaktion zählen. Du spielst Max Ventura, Lieferant bei Megazon, der zufällig in Erath landet, eine visuell üppige Welt, die von irdischen Relikten korrumpiert ist. Der Aufhänger ist simpel: ein Quantum Glove, der deine Hände zu Werkzeug und Waffe macht, und Physik, die sich wie eine eigene Spielfigur anfühlt. Wenn du die haptische Freude von Half-Life: Alyx oder den experimentellen Ansatz von Boneworks schätzt, steht EXD in dieser Tradition — mit eigenem, frechem Humor und Fantasy-Charme.

Vom Lager zur Bestie: Vom Lieferanten zum Drachenjäger
Das Gameplay in EXD wechselt zwischen intimen Rätselräumen und knackigen Kampfarealen und schafft es meist, dich ungewöhnlich präsent fühlen zu lassen. Die meiste Zeit verbrachte ich damit, Gegenstände zu greifen, zu fühlen und zu manipulieren: Minar Alloy Blades heben, Wände jonglieren und Timelox einsetzen, um im richtigen Moment die Zeit zu verlangsamen. Die Erkundung ist häufig linear, bietet aber viele seitliche Nischen und Sammelobjekte; ich wurde mehrfach von Truhen oder versteckten Relikten abgelenkt. Der Kampf mischt Zauberschleudern mit physischem Umgang — telekinetische Feuerbälle und Eisstachel aus dem Handschuh, dann Finish-Moves mit Nahkampfrelikten, wenn die Handschuh-Energie schwindet. Die Fortbewegung nutzt ein gemischtes System (Gehen + Teleport-Optionen), das Begegnungen bequem macht, aber auch Sprinten und Ausweichen erlaubt, wenn es brenzlig wird.
Der Quantum Glove und der Physik-Spielplatz
Was EXD wirklich auszeichnet, ist wie das Quantum Glove-System mit voller Objektphysik verzahnt ist: Du wirkst nicht nur einen Zauber, du formst Kräfte zwischen deinen Handflächen, und Umgebungsobjekte reagieren auf glaubhafte Weise. Das verleiht Rätseln echtes Gewicht — wie das Balancieren von Mechaniken, das Stapeln fragiler Säulen oder das Schleudern einer schweren Bolzenkugel, um einen entfernten Schalter zu treffen — und macht emergente Lösungen lohnend. Es gibt gelegentliche Physik-Zipperlein: Einige Waffen wirken mitunter etwas schwebend, und Kollisionen benehmen sich bei dünner Geometrie teils merkwürdig, aber die meisten Interaktionen belohnen Experimente. Die Gegnervielfalt hält die Dinge frisch — Untote Horden, mutierte Insekten, Dragonids und mächtige Magier erfordern jeweils leicht unterschiedliche Herangehensweisen — und Bosskämpfe setzen eher die Umwelt als reines Lebensbalken-Schlagen ein.
Kunst, Sound und das Gewicht der Dinge
Die Präsentation ist ein Hingucker: Die Optik trägt ihre Frank-Frazetta/Boris-Vallejo-Einflüsse offen zur Schau, mit weiten Höhlen, glitzernden Kristallen und detaillierten Charaktermodellen. Der orchestrale Soundtrack passt sich dynamisch an, schwillt in Kämpfen filmisch an und tritt für ruhigere Rätselphasen zurück, was mehrere Set-Pieces für mich aufwertete. 3D-Spatial-Audio ist exzellent; Umgebungsgeräusche und knurrende Kreaturen machten mehrere schleichende Ansätze unangenehm spannend. Performance und Zugänglichkeit sind auf PCVR größtenteils gut, aber einige Spieler berichten von Stottern, gelegentlichen Framedrops und SteamVR-Overlay-Problemen bei bestimmter Hardware. Insgesamt verkauft EXD seine Welt durch haptisches Feedback und cinematische Präsentation, auch wenn ein paar raue Kanten daran erinnern, dass hier ein kleines Team Großes versucht.

EXD: Extra Dimensional ist ein leidenschaftlicher PCVR-Titel, der Stimmung, Präsentation und haptisches Spiel großartig trifft, auch wenn die Politur gelegentlich hinter der Ambition zurückbleibt. Wenn du physikbasierte Rätsel, cineastische Fantasy-Welten magst und mit kleineren technischen Macken leben kannst, ist das Spiel eine klare Empfehlung für PCVR-Fans. Wartet auf Patches, falls ihr perfekten Nahkampf oder absolute Stabilität braucht — ansonsten: Eintauchen und genießen.











Vorteile
- Außergewöhnliche visuelle Qualität und Art-Direction im Stil klassischer Fantasy-Malerei.
- Haptische Physik und der Quantum Glove ermöglichen befriedigende, emergente Interaktionen.
- Klares PCVR-First-Design mit gutem Sound-Design und räumlichem Audio.
- Verspielte, referenzreiche Dialoge mit sympathischen Figuren und leichtem Humor.
Nachteile
- Gelegentlicher Physik-Jank, teils schwebende Nahkämpfe und vereinzelt Bugs.
- Performance-EinbrĂĽche und SteamVR-Overlay-Probleme bei bestimmten Setups.
- Ungünstig platzierte Checkpoints/Autosaves und zu dunkle Bereiche können frustrieren.
Spielermeinung
Spieler loben konsistent die Optik und das Gefühl, in einer handgemachten VR-Welt unterwegs zu sein — Vergleiche mit Half-Life: Alyx und Boneworks tauchen immer wieder auf. Fans preisen vor allem den Quantum Glove und die physikgetriebenen Rätsel und nennen Erkundung sowie Objektinteraktion die größten Stärken. Kritikpunkte konzentrieren sich auf die Kampfpracht: Viele Nutzer empfinden den Nahkampf als etwas schwebend und die Waffenphysik inkonsistent, und einige berichteten von Softlocks, merkwürdigen Kollisionen und vereinzeltem Absturzverhalten. Die Performance ist hardwareabhängig; während Nutzer mit modernen GPUs glatt spielen, melden andere Stottern und Verzerrungen im SteamVR-Overlay. Mehrere Spieler wünschen sich Quicksave-Optionen und engere Checkpoints; die Mehrheit empfiehlt das Spiel PCVR-Veteranen, die kleine Unsauberkeiten für ein reichhaltiges, haptisches Erlebnis verzeihen.




