MOTORSLICE Review – Parkour, Motorsägen und kolossale Bosskämpfe
Ein rasantes, stylisches Indie-Spiel über ein motorsägenschwingendes Parkourtalent in einer brutalistischen Megastruktur. Fließende Bewegungen, riesige erklimm- bare Maschinen und ein treibender Soundtrack – mit einigen Steuerungsschwächen und derbem Fanservice.
Ich geb’s zu: Die Idee ‚Mirror’s Edge trifft Shadow of the Colossus mit einer Motorsäge‘ hat mich sofort geködert. MOTORSLICE setzt dich als P in eine verlassene Megastruktur – ein zähes Mädchen mit Speed, Mut und einer zuckersüßen Drohne namens Orbie. Besonders auffällig sind das momentum-basierte Parkour, die erklimmbaren Maschinenriesen und der Drum’n’Bass-Soundtrack, der Herzschlag und Sprünge synchronisiert. Es ist so ein Indie-Spiel, dem man die liebevolle Arbeit ansieht – mit ein paar rauen Kanten – und ich habe beim Zerschneiden von Blech grinsend weitergespielt, auch wenn einige Sprünge mich fluchen ließen.

Laufen, Schneiden und nie zurückblicken
Der Kern von MOTORSLICE ist herrlich einfach, aber präzise: rennen, Bewegungen verketten und alles zerschneiden, was sich in den Weg stellt. Du vaultest, wallrunst, kletterst an Stangen hoch, rutschst und führst kleine Stunts aus, die das Momentum am Leben halten – das Spiel belohnt Flow deutlich mehr als Stop-and-Go. Der Kampf ist schnell und brutal: sowohl P als auch viele Gegner fallen schnell, Timing und Gegnerlesen sind daher essenziell. Die Motorsäge ist mehr als ein Gimmick; sie dient als Fortbewegungswerkzeug (Motorslice über Abgründe), als Waffe und als Hilfsmittel beim Klettern am Chassis eines Bosses. Die Level sind so gebaut, dass Parkour und Kampf ineinandergreifen – manchmal ist der Boss selbst ein Traversal-Rätsel – und das erzeugt einige der befriedigendsten Sequenzen, die ich seit Langem gespielt habe.
Wenn Megastrukturen zu Parkour-Arenen werden
Bosskämpfe sind die Headliner: stell dir riesige Baugeräte vor, die du erklimmst und zerlegst, sehr im Sinne von Shadow of the Colossus, aber im Tempo von Mirror’s Edge. Du suchst Schwachstellen, timst Motorslices und nutzt gelegentlich physikbasierte Umgebungsobjekte, um Teile einer Maschine zu Fall zu bringen. Es ist ein echter Kick, auf einem Kipp-LKW-ähnlichen Gegner hochzukrabbeln, die richtige Stelle zu finden und zuzuschneiden, während Metall herunterregnet. Kleinere Gegner fungieren wie klassische Plattformer-Hindernisse – leicht zu töten, aber tödlich bei Fehlzeitung – sodass das Spiel die Spannung hält, indem es fragile Spielergesundheit gegen scharfe, aber effektive Offensivtools ausspielt. Orbie, die Drohne, ist ein netter Begleiter: Teil UI/Charakter, Teil Rätselhelfer, und sie verleiht Momenten Persönlichkeit, die sonst kalt wirken könnten.
Beton, Sound und die kleinen Dinge, die hängenbleiben
Visuell kombiniert MOTORSLICE pixelnahe Low-Poly-Grafik mit brutalistischen Betonansichten; minimalistisch, aber dramatisch und hervorragend darin, Größenverhältnisse zu vermitteln – die Megastruktur wirkt bedrückend und beeindruckend. Die Animationen sind schnittig: P bewegt sich mit befriedigendem Gewicht und Momentum, was Parkour verdientermaßen fühlbar macht. Der DnB/Jungle-Soundtrack von Pizza Hotline ist ein echtes Highlight — die Tracks zünden in Kämpfen und verstärken den Adrenalinkick —, allerdings kann die Auswahl nach vielen Stunden repetitiv wirken. Die Sprecherin Kira Buckland verleiht P Persönlichkeit, obwohl es einige umstrittene Kamera-Interaktionen und suggestive Menüpunkte gibt, die die Community spalteten. Die Performance läuft auf meinem System meist sauber, doch es gibt Berichte über FPS-Einbrüche oder visuelle Unschärfe ohne TSR; feinere Grafikoptionen wären wünschenswert. Bei der Zugänglichkeit fehlen Features wie Auto-Ledge-Grab oder Sprint, was Spieler stören kann, die eine forgivingere Parkour-Erfahrung erwarten. Trotzdem ist das Steuerungs-Set gut erlernbar und extrem lohnend, sobald man den Rhythmus draufhat.

MOTORSLICE ist ein eigenständiges Indie-Erlebnis, das den Parkour-Rausch und die Dramatik erklimmbarer Kolosse hervorragend einfängt. Es ist nicht perfekt – Steuerungs-Eigenheiten, wiederkehrende Audio-Loops und ein paar visuelle/Options-Einschränkungen verhindern die Fehlerlosigkeit – aber der Kern macht süchtig, die Bosse bleiben im Gedächtnis und der Soundtrack knallt. Wenn du Highspeed-Platforming mit Ecken und Kanten magst (und etwas Fanservice aushältst), solltest du hier zugreifen – bei Unsicherheit hilft die Demo weiter.










Vorteile
- Unglaublich befriedigendes momentum-basiertes Parkour
- Epische erklimm- und zersägungsfähige Bosskämpfe mit kreativen Setpieces
- Fantastischer DnB/Jungle-Soundtrack und starke Vertonung
- Stilvolle brutalistische Optik, die Größenverhältnisse glaubhaft macht
Nachteile
- Steuerung kann in knappen Situationen hakelig oder unnachgiebig wirken
- Berichte über Performance-/Visuelle Probleme und wenige Grafikoptionen
- Gelegentliche Wiederholung von Musikschleifen und polarisierender Fanservice
Spielermeinung
Spieler loben überwiegend das Kern-Gameplay: Das Parkour fühlt sich flüssig, schnittig und sehr lohnend an, sobald man den Rhythmus verinnerlicht hat. Viele Fans ziehen Vergleiche zu Mirror’s Edge und heben die Boss-Dringlichkeit im Stil von Shadow of the Colossus hervor – die Klettern-und-Zerschneide-Momente werden in positiven Reviews immer wieder genannt. Der Soundtrack sowie Ps Persönlichkeit (und Orbie) werden häufig als Höhepunkte genannt. Auf der negativen Seite tauchen wiederkehrende Kritikpunkte auf: Einige Spieler finden die Steuerung gelegentlich hakelig, falsche Eingaben führen zu ungewollten Wallruns oder seltsamen Sprüngen. Es gibt Berichte über Performance-Einbrüche auf bestimmter Hardware und Wünsche nach mehr Grafikoptionen. Eine kleinere, aber laute Gruppe kritisiert suggestive Kamera-/Menü-Interaktionen und wiederkehrende Musikschleifen. Insgesamt: Wer momentum-basiertes Parkour und große erklimm- bare Bosse liebt, findet hier viel Zustimmung; wer extrem verzeihende Kontrollen oder maximale Visual-Feinsteuerung erwartet, sollte erst die Demo testen.




