My Infamous Dungeon Test – Roguelite-Dungeon-Builder mit Biss
Ich habe mich in BoxFox Studios' Roguelite-Dungeon-Builder gestürzt: teuflische Planung und spaßige Monster-Synergien, aber Balance und Feinschliff fehlen noch.
Ich mag es, wenn Spiele einem erlauben, der Böse zu sein, und genau das macht My Infamous Dungeon: Du entwirfst ein Verlies voller Monster, legst Fallen und siehst zu, wie Helden in deine Pläne laufen. Es setzt seine Roguelite-Mechaniken selbstbewusst ein und lädt zum Ausprobieren ein – erinnert ein bisschen an Monster Train, aber mit einem rasterbasierten Dungeon-Herz. Herausragend ist die Merge-und-Bau-Schleife in Kombination mit Fraktions-Synergien, die jede Runde wie ein Puzzle wirken lassen. Trotzdem fallen nach ein paar Stunden Balancing-Probleme und fehlender Feinschliff deutlich ins Gewicht.

Einen Hort köstlicher Schrecken entwerfen
Die Kernschleife fordert dich dazu auf, ein Verlies wie ein überambitionierter Innenarchitekt des Bösen zu gestalten: Räume platzieren, Monster einsetzen und Objekte hinzufügen, die Werte verdrehen oder seltsame Boni geben. Die meiste Zeit verbringst du damit, Räume so anzuordnen, dass Helden in Fleischmühlen laufen oder in Klassenzimmer gelockt werden, die bei Kontakt mit XP explodieren. Das Merge-System (drei gleiche Einheiten für Level-Up) ist simpel, macht aber Spaß, und zuzusehen, wie ein Haufen Kleingeister sich in einen furchterregenden Skelettherrn verwandelt, bleibt befriedigend. Zwischen den Wellen entscheidest du, wann Helden eintreten, was dir Luft zum Umkonfigurieren gibt und riskantere Kombinationen ermöglicht. Der Kampf selbst ist meist deterministisch: Monster attackieren, was vor ihnen steht, Zauber lösen aus, und die Raumaufteilung entscheidet öfter als Fingerfertigkeit. Daraus folgt: Das eigentliche Spiel passiert in der Planungsphase und in den stolzen Momenten, wenn eine schräge Synergie zündet.
Synergien, Professionen und der Roguelite-Kick
Besonders stark ist das Kombinieren von sechs Monsterfraktionen mit fünfzehn Professionen: Giftstapel, Deathrattle-Kaskaden oder ein Raum voller Küchen können zu absurden, mächtigen Builds führen. Die Professionen wirken wie Modifikatoren, die Regeln brechen oder schwache Einheiten aufwerten können, aber die Community hat recht – einige sind nutzlos, andere extrem stark, und dieses Ungleichgewicht prägt die Abwechslung der Runs. Roguelite-Fortschritt zeigt sich in Infamie: Du schaltest dauerhafte Boni, Artefakte und ganze Clans frei, sodass selbst verlorene Läufe deinen Metaprozess vorantreiben. Die Routenwahl auf der Overworld-Karte fügt eine weitere Ebene hinzu: Welche Städte du korrumpierst, bringt spezielle Upgrades, und den Weg zum Königsschloss zu planen wird zu einem taktischen Mini-Spiel zwischen Risiko und Belohnung.
Charmevolle Düsterheit: Optik, Klang und raue Ecken
Optisch setzt das Spiel auf einen niedlich-bösen Stil: kleine Monster mit großer Persönlichkeit, Kochmützen in Küchen und gut lesbare Fliesen, die das Aufbauen schnell und befriedigend machen. Soundtrack und Audio sind handlich—Fanfaren und Treffergeräusche verkaufen die Fantasie, herrlich böse zu sein. Auf der Negativseite ist die Benutzeroberfläche sehr minimal (ein Index für Einheiten und Artefakte fehlt mir), viele optische Elemente wiederholen sich zwischen den Decks, und es gibt gelegentliche Abstürze oder Performance-Einbrüche nach längeren Sessions. Die Zugänglichkeit ist solide: klare Symbole und das gemächliche Tempo erlauben entspanntes Spielen, aber mehr Tooltips und eine Merge-Bestätigung würden versehentliche Katastrophen verhindern.

My Infamous Dungeon ist ein vielversprechender Roguelite-Dungeon-Builder mit Charakter: kreative, oft witzige Synergien und eine befriedigende Planungs-Schleife sorgen für Stundenlangen Spielspaß. Allerdings bremsen Balancing-Probleme, fehlende Vielfalt auf höheren Stufen und fehlender Feinschliff den Aufstieg zur Spitze. Ich empfehle das Spiel Fans taktischer Roguelites und Dungeon-Buildern, die mit frühen Macken leben können und ein ambitioniertes Indie unterstützen wollen. Beobachte die kommenden Patches — die Grundlage ist stark genug, dass mit Feinabstimmung ein Dauerbrenner entstehen kann.





Vorteile
- Echt spaßige Planungs- und Merge-Mechaniken mit starken Synergien
- Hohe Wiederspielbarkeit durch Roguelite-Fortschritt und vielfältige Clans
- Entspanntes Tempo — du entscheidest, wann Helden angreifen
- Charmante Optik und Sound, die das Böse-Sein gut verkaufen
Nachteile
- Deutliche Balance-Probleme: Manche Professionen und Boni sind übermächtig
- Inhalten und Vielfalt fehlen auf höheren Schwierigkeitsgraden
- Gelegentliche Abstürze, raue UI und sich wiederholende Fliesenoptik
Spielermeinung
Spieler loben oft die Kernschleife und die Freude, Synergien zwischen Clans und Professionen zu entdecken; viele heben das Merge-System und das Dungeon-Bauen als große Stärken hervor. Gleichzeitig gibt es häufige Kritikpunkte: Ein wiederkehrendes Thema sind massiv unausgewogene Professionen und Boni, die bestimmte Builds durchs Spiel tragen, sowie der Wunsch nach mehr sinnvoller Abwechslung bei Gegnerverhalten und Raumtypen. Einige Nutzer schätzen die Roguelite-Fortschritte und die Discord-Community, während andere Abstürze und gelegentliche Lags nach langen Sessions melden. Wenn du Monster Train für seine Fraktionskombos mochtest, trifft My Infamous Dungeon denselben Nerv — braucht aber mehr Politur und Balance, um sein Potenzial zu entfalten.




