Resident Evil 2 (1998) Test – Klassischer Survival-Horror, der immer noch beißt
Ich habe das Albtraum-Raccoon City nochmal durchlebt und war beeindruckt — und etwas sauer auf den Steam-Port. Ein Liebesbrief an den PS1-Horror mit modernen QoL-Verbesserungen, aber getrübt von DRM und Launcher-Problemen.
Resident Evil 2 (1998) gehört zu den Spielen, die man wortwörtlich zitieren kann und trotzdem eine Gänsehaut bekommt. Die Neuveröffentlichung hat mir wieder gezeigt, warum die ursprüngliche Formel — Tank-Steuerung, feste Kamerawinkel und langsamer Spannungsaufbau — immer noch funktioniert. Es ist ein historisches Stück Survival-Horror: cleveres Level-Design, szenarische Wiederspielbarkeit und Atmosphäre ohne Ende. Schade nur, dass das Veröffentlichungs-(Launcher/DRM/Steam)-Drumherum manchmal wie eine schlechte Fortsetzung wirkt.

Durch Raccoon navigieren: Erkundung, Rätsel und langsamer Spannungsaufbau
Wer Action im Hack-and-Slash-Stil erwartet, wird absichtlich enttäuscht. Die Kernschleife besteht aus Erkundung unter Druck: die R.P.D. durchkämmen, Inventar verwalten, Rätsel mit Schlüsseln und Gegenständen lösen, Munition sparen und entscheiden, wann kämpfen oder fliehen sinnvoll ist. Du spielst Leon oder Claire in zwei getrennten Durchläufen (A und B), die zusammen verschiedene Blickwinkel derselben Katastrophe offenbaren. Die festen Kamerawinkel und die tankartige Steuerung wirken für manche altmodisch, sind aber bewusstes Spannungstool; jeder Flur kann einen Überraschungsmoment oder eine knifflige Ressourcenentscheidung verbergen. Kämpfe sind oft überlegt: gezielt schießen, Inventarmanagement und hinnehmen, dass Rauslaufen manchmal klüger ist.
Geheimnisse, Modi und die herrliche Wiederspielbarkeit
Was RE2 hervorhebt, ist, wie es Rückkehr belohnt. Das A/B-Szenariosystem, plus freigeschaltete Modi wie 4th Survivor und Tofu, die in dieser Version von Anfang an verfügbar sind, sorgen dafür, dass eine Sitzung nicht das Ende bedeutet. Das Spiel versteckt noch immer befriedigende kleine Variationen — alternative Bossbegegnungen, verschiedene Item-Verteilungen und Shortcuts — die das Kartographieren der R.P.D. zu einem köstlich tödlichen Rätsel machen. Der Extreme Battle-Modus und die Bildergalerie bieten zusätzliche Herausforderungen für Completionists. Für Fans der Neuauflage, die ein anderes Tempo suchen, ist die OG-Version nahezu eine Lehrstunde in Zurückhaltung: Atmosphäre vor Spektakel, Design vor Glanz.
Präsentation: Pixel-Charme trifft moderne Optionen (mit Vorbehalten)
Visuell ist das PS1-Block- und Pre-Rendered-Backdrop-Erlebnis — und ich feiere es. Die von GOG mitentwickelte Neuauflage bringt einen flexibleren DirectX-Renderer und ein überraschend umfangreiches Grafik-Optionsmenü: Windowed-Mode, Aspect-Ratio-Korrektur, Integer-Scaling, anisotrope Filterung, Antialiasing und Gamma-Kontrolle. Sound und Musik sind unangenehm effektiv, Zwischensequenzen und Untertitel wurden poliert. Allerdings bringt der Steam-Wrapper Probleme, die viele Spieler berichten: ein fummeliges Launcher-Interface, merkwürdige Registry-Schritte für einige Setups, fehlende Steam-Overlay/Achievements/Cloud-Unterstützung und ärgerliche Steam-Deck-Inkompatibilitäten. Kurz gesagt: Das Spiel ist zeitlos; die Auslieferung braucht Nachbesserung.

Resident Evil 2 (1998) bleibt ein Meisterwerk des Survival-Horror-Designs: Spannende Korridore, clevere Rätsel und szenariobasierte Wiederspielbarkeit funktionieren auch heute noch. Das Spiel ist ein Must-Have; wer jedoch auf eine reibungslose PC/Deck-Erfahrung Wert legt, sollte die Steam-Fassung mit Vorsicht betrachten — viele empfehlen aktuell die GOG-Version. Wenn du Retro-Horror liebst und ein paar technische Zicken erträgst, ist das ein herrlicher, manchmal frustrierender Trip zurück nach Raccoon City.









Vorteile
- Die Atmosphäre und das Level-Design des Originals liefern noch immer Gänsehaut.
- A/B-Szenarios, freigeschaltete Modi (Tofu, 4th Survivor) und hohe Wiederspielbarkeit.
- Polierter GOG-Mitanentwicklung: besserer Renderer und mehr Anzeigeoptionen.
- Soundtrack und vorgerenderte HintergrĂĽnde erzeugen zeitlose Beklemmung.
Nachteile
- Steam-Release wird durch DRM, Launcher-Macken und fehlende Steam-Funktionen getrĂĽbt.
- Controller-/Steam-Deck-Probleme berichtet — nicht für jede Konfiguration sofort nutzbar.
- Keine Achievements oder Cloud-Saves in der Steam-Version, entgegen Erwartungen.
Spielermeinung
Spieler loben fast einhellig Resident Evil 2 selbst: Das Layout der R.P.D., das Szenariosystem, die Rätsel und die schleichende Spannung werden häufig hervorgehoben. Viele Rezensenten sagen, das Original könne es in Sachen Designqualität und Wiederspielwert immer noch mit neueren Titeln aufnehmen. Gleichzeitig gibt es eine klare wiederkehrende Kritik an dieser Veröffentlichung: Viele Nutzer empfehlen stattdessen die GOG-Fassung wegen dem dort fehlenden DRM und besserer Kompatibilität. Häufige Beschwerden sind ein fummeliger Launcher, Registry-Workarounds auf einigen Systemen, fehlende Steam-Deck-Unterstützung, kein Overlay/Achievements sowie Probleme mit Alt+Tab oder Controller-Mappings. Kurz: Das Spiel lieben die Leute, aber das Steam-Paket hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack — wer eine glatte PC/Deck-Erfahrung will, greift zu GOG oder wartet auf Patches.




