RUBATO Review â Ein fiebriger Collectathon mit Raketenfrosch
RUBATO ist ein eigenwilliger 2D-Collectathon mit physikbasiertem Gameplay, schrĂ€gem Humor und einem unvergesslichen Soundtrack. SchlĂŒpfe in die Zunge eines Froschs und helfe, das Sonnensystem wieder zusammenzusetzen â am besten ganz blind.
Ich hĂ€tte nie gedacht, dass ich mich so in einen Frosch verlieben wĂŒrde, der ins All gerĂ€t, weil jemand beim Poolspielen danebengeschossen hat â aber genau das ist passiert. RUBATO ist ein experimenteller, 2D-Collectathon mit schwerer Physik-Note, der seine Schrulligkeit offen zur Schau stellt: eine Mischung aus Super Mario Odysseys SammelspaĂ und Part Time UFOs liebevollem Chaos, dazu eine ErzĂ€hlung, die innerhalb eines Herzschlags von albern zu zutiefst existenziell wechseln kann. Was mich sofort packt, ist die Kombination aus greifbarer Zungen-Mechanik, dicht gepackten Geheimbildschirmen und einem Soundtrack, der nicht mehr aus dem Kopf will. Wenn du Ăberraschungen in Plattformern magst (und dich gern etwas treiben lĂ€sst), ist RUBATO eine Empfehlung.

Zunge raus, Held hoch
Im Kern fordert RUBATO dich dazu auf, zu bewegen, festzuhalten, zu schleudern und zu sammeln. Du steuerst einen Frosch, dessen Hauptinteraktion das Lecken mit der Zunge ist: Gegner festhalten, GegenstĂ€nde greifen und dich selbst in Ecken katapultieren, von denen du nicht dachtest, dass sie erreichbar sind. Die Physik fĂŒhlt sich herrlich taktil â manchmal köstlich schrĂ€g â an, und genau diese Unberechenbarkeit macht viel von dem SpaĂ aus; Zungen-Grabs kombiniert mit SprĂŒngen, Raketen und UmgebungsgegenstĂ€nden erzeugen emergente Momente, ĂŒber die ich laut lachen musste. Die Erkundung ist nicht-linear: Jede der fĂŒnf kompakten Zonen (von einer riesigen BĂ€ckerei bis zur am schlechtesten geplanten Stadt) versteckt AbkĂŒrzungen, kleine Set-Pieces und geheime Unterschlupfe, die Neugier belohnen. Der Collectathon dreht sich um Planet Bits, die in hub-Ă€hnlichen Regionen verteilt und in bizarren, oft surrealen Mikro-Herausforderungen versteckt sind. Erwarte Backtracking mit neuen Bewegungsoptionen und gelegentliche RĂ€tsel, die ein bisschen Improvisation bei der Physik erfordern.
Wenn das Spiel beschlieĂt, seltsam zu werden
RUBATO geht stark in Richtung Set-Pieces und Tonwechsel; einen Moment jagst du einen Planet Bit, im nĂ€chsten befindest du dich in einer fiebrigen Cutscene, die sich anfĂŒhlt wie Undertale beim Impro-Theater. Die Texte sind bewusst schrĂ€g â witzig, berĂŒhrend und manchmal beunruhigend ernst â und formen das Gameplay immer wieder um, um erzĂ€hlerische oder komische Akzente zu setzen. Diese geheimen Subareas sind das Herz des Spiels: kurze, dichte, oft experimentelle SpielplĂ€tze, die sich wie winzige WarioWare-Level anfĂŒhlen, die in Plattforming aufgeblasen wurden. Das Spiel scheut sich nicht, Genre-Erwartungen zu brechen und Plattforming durch seltsame RĂ€tsel, narrative Vignetten oder musikgeleitete Abschnitte zu ersetzen; das sorgt fĂŒr eine unvorhersehbare, teils groĂartige und teils frustrierende Dramaturgie.
Eine merkwĂŒrdige, klebrige PrĂ€sentation
Visuell ist RUBATO eine Collage aus handgemachten Eigenheiten: bunte 2D-Sprites, surreale HintergrĂŒnde und charmante Animations-Fehler, die das Fiebertraum-GefĂŒhl verkaufen. Die Performance auf Windows (der veröffentlichten Plattform) lief bei mir stabil, obwohl die Physik manchmal zu frame-sensitiven Momenten fĂŒhrt, in denen ein kleiner Ruck unerwartete Resultate bringt. Der Sound ist ein groĂes Plus â der Soundtrack wird in der Community immer wieder gelobt und das aus gutem Grund: er ist einprĂ€gsam, eklektisch und hebt selbst die eigenartigsten Szenen. Auf der Negativseite gibt es ZugĂ€nglichkeitsprobleme: Einige Spieler (ich eingeschlossen) vermissen einen echten LautstĂ€rkeregler und fanden das Neubelegen der Tasten, besonders fĂŒr Controller, unintuitiv. AuĂerdem: Die Warnung zu flackernden Lichtern ist ernst zu nehmen â das Spiel ist ohne Vorsicht nichts fĂŒr fotosensible Spieler.

RUBATO ist ein seltsames, liebenswertes Experiment: manchmal roh, oft fröhlich und hĂ€ufig ĂŒberraschend. Es eignet sich besonders fĂŒr Spieler, die Erkundung, Musik und mutige Schrulligkeit schĂ€tzen â sei nur auf gelegentliche Steuerungsquirks und Tonumkehrungen vorbereitet. Gehe möglichst blind hinein und genieĂe die Fahrt.










Vorteile
- Erfinderische Physik- und Zungen-Mechaniken, die zu emergenten Momenten fĂŒhren
- Dicht gepackte, mit Geheimnissen gefĂŒllte Bereiche, die Erkundung belohnen
- Herausragender, einprÀgsamer Soundtrack, der das Erlebnis hebt
- Mutige Tonwechsel und experimentelles ErzÀhlen, das echt menschlich wirkt
Nachteile
- Gelegentliche Physik-Wackler können prÀzises Plattforming frustrieren
- Steuerungs-Neubelegung und Audio-Optionen sind mangelhaft oder unintuitiv
- Das Tempo ist durch die hÀufigen Tonwechsel mitunter uneinheitlich
Spielermeinung
Spieler loben immer wieder RUBATOs Soundtrack, das experimentelle Herz des Spiels und den Charme der Geheimnisse. Viele Reviews bezeichnen es als âFiebertraumâ â ein Spiel, das man möglichst blind spielen sollte, weil Ăberraschungen und kleine Set-Pieces die Highlights sind. Fans vergleichen die Erkundung mit 3D-Collectathons wie Super Mario Odyssey und die Physik mit Part Time UFO, wĂ€hrend die Texte an Undertale-Ă€hnliche emotionale Wendungen erinnern. Kritikpunkte tauchen ebenfalls regelmĂ€Ăig auf: Manche finden die Steuerung fummelig und das Fehlen eines richtigen LautstĂ€rkereglers nervig; einige bemĂ€ngeln, dass der Collectathon-Kern durch die vielen Abschweifungen verwĂ€ssert wirkt. Wer schrĂ€ge, handgemachte Spiele liebt und gern nach Geheimnissen grĂ€bt, hört von den meisten Spielern: unbedingt probieren.




