RUNNING TRAIN | 走ル列車! Test — Ein Solo-Entwickler-Meisterwerk für Bahn-Fans
Ich stieg in die Führerstandskabine und stieg später wieder aus als geplant. RUNNING TRAIN ist eine wunderschöne, zugängliche japanische Zugsimulation mit überraschender Tiefe, Bewertungssystem und entspannendem Foto-Modus.
Ich hätte nicht gedacht, dass mich Fahrpläne so fesseln können, aber RUNNING TRAIN zieht einen schnell hinein. Novatetsu Games — größtenteils ein Solo-Projekt — liefert zwei handgefertigte Strecken, vier Fahrzeugtypen und ein überraschend knackiges Bewertungssystem, das irgendwo zwischen Arcade und einer Liebeserklärung an Densha de GO! liegt. Wer landschaftliche Strecken, leichte Herausforderung und feines Bremsen mag, wird hier belohnt.

Fahrt auf der Hayamori-Linie und der ländlichen Kofuku
Der Kernablauf ist überraschend simpel: Du setzt dich in die Führerstandskabine, wählst ein Diagramm, stellst die Zuglänge ein und fährst los. Jeder Dienst verlangt Pünktlichkeit, punktgenaues Halten in der Markierungszone und eine ruhige Fahrt für die Passagiere — das Bewertungssystem vergibt Noten für Pünktlichkeit, Haltegenauigkeit und Fahrkomfort. Die Steuerung ist eher arcadig, arbeitet aber mit semi-realistischer Physik: Bremsstufen, Vigilance und ein automatisches Haltesystem (ATS) können deinen Lauf beenden, wenn man sie ignoriert, und Tempolimits sind strikt. Verlockend ist die HUD-Nutzung, aber wer NO-UI oder NO-SPEEDOMETER aktiviert, merkt schnell, wie viel subtiler das Fahren wird. Auf meinen Fahrten habe ich mich über die letzten 50 Meter vor dem Bahnhof verrückt gemacht — Bremsstufen wechseln, fein dosieren und leise fluchen, wenn der Zug doch wieder ein Stück zu weit rollte.
Die kleinen Details, die das Spiel liebenswert machen
Was RUNNING TRAIN abhebt, sind nicht nur die Grafiken, sondern die Summe kleiner Systeme: wählbare Jahreszeiten (Sakura-Frühling und verschneiter Winter), Wetteroptionen und über 40 Dienstpläne für Nah- und Eilzüge von Morgen bis Nacht. Im FREE MODE lässt du die KI fahren und kannst als Zugspotter fotografieren — ideal für Spieler, die die Landschaft mehr schätzen als die Herausforderung. Der offene Livery-Editor ist eine nette Spielerei: Ich habe lächerlich viel Zeit damit verbracht, dumme Designs zu malen, nur um kurz darauf zu realisieren, dass ich eigentlich noch eine perfekte Fahrsitzung abschließen wollte. Controller- und Mascon-Unterstützung funktionieren gut; der nahtlose Wechsel zwischen Tastatur und Controller während einer Fahrt macht seltsam Spaß.
Optik, Sound und gelegentliche Macken
Grafisch ist das Spiel für ein Indie-Solo-Projekt atemberaubend — Beleuchtung, Vegetation und Spiegelungen ließen mich oft einfach anhalten, nur um die Aussicht zu genießen. Die Soundgestaltung schafft Atmosphäre: entfernte Vogelstimmen, glaubhafte Antriebsklänge und klare Kabinencues geben das Gefühl, wirklich auf einer Bahnlinie zu sitzen. Die Performance ist größtenteils exzellent; viele Spieler loben das Fehlen von Stottern, das große Markenplagiate plagt — dennoch berichten einige über Ruckler im starken Regen und vereinzelte Stabilitätsprobleme. Bei der Zugänglichkeit gibt es noch Luft nach oben: Teile der UI sind nur auf Japanisch und Tutorials sind spärlich; hier lernt man viel per Ausprobieren oder durch Community-Hilfe. Dass Fahrgäste noch nicht sichtbar sind, fällt auf und erinnert an Early Access — das schmälert den Charme aber nicht wesentlich.

RUNNING TRAIN ist eine beeindruckende, von Herzen gemachte Simulation aus kleinem Team (meist einer Person), die mehr leistet, als man erwarten dürfte. Für Fans japanischer Zugsimulationen und alle, die präzises, punktbasiertes Fahren mögen, ist es jetzt schon ein Muss — mit der Einschränkung der Early-Access-Zwischenstände wie fehlenden Passagieren und kleineren Lokalisierungs-Lücken. Kaufen, wenn du Atmosphäre und Lernkurve schätzt — oder nutze den Free Mode, um einfach die Aussicht zu genießen.






















Vorteile
- Wunderschöne, stimmige Optik und gute Performance für ein Indie-Solo-Projekt
- Zugängliches, aber forderndes Bewertungssystem — Arcade trifft Simulation
- Free Mode, Foto-Modus und offener Livery-Editor erlauben kreatives Spielen
- Guter Controller- und Mascon-Support; nahtloser Wechsel zwischen Eingaben
Nachteile
- Early-Access-Limits: kurze Strecke, noch keine sichtbaren Passagiere
- Einige UI-Elemente nur auf Japanisch, Tutorials sind spärlich
- Gelegentliche Ruckler bei Wettereffekten und kleine Steuerungs-Eigenheiten (Bremsgefühl)
Spielermeinung
Spieler loben immer wieder die Optik, die Optimierung und die überraschende Tiefe für ein überwiegend von einer Person entwickeltes Projekt. Viele Reviews nennen es eine Liebeserklärung an Densha de GO! und heben das süchtig machende Bewertungssystem hervor, das präzises, ruhiges Fahren belohnt. Typische Kritikpunkte sind vertraut: Early Access bedeutet kurze Strecken und fehlende Passagiere, einige UI-Beschriftungen sind nur auf Japanisch und das Tutorial ist dünn, sodass Neueinsteiger viel durch Ausprobieren lernen müssen. Einige Nutzer meldeten Ruckler bei starkem Regen oder vereinzelt Probleme mit der ATS-Bestätigung, aber das sind eher Ausnahmen. Wenn du realistisch anfühlende Züge mit arcade-artiger Zugänglichkeit magst — oder im FREE MODE die Landschaft genießen willst — berichten Rezensenten von sehr gutem Gegenwert.




