SEVERANCE Review – Koop-Geisterjagd mit überraschender Wendung
Eine angespannte 1–5 Spieler Koop-Geisterjagd: über 20 Geisterarten, echte Paranormal‑Tools und die Möglichkeit, selbst zum Geist zu werden. Tolles Erlebnis mit Freunden, technisch noch ausbaufähig.
Ich bin mit gemischten Gefühlen in SEVERANCE gestartet – und wurde prompt von genau dem abgeholt, was ich erhofft hatte: spannender, leicht roher Geister-Horror. Das Konzept ist simpel und effektiv: 1–5 Spieler untersuchen verfluchte Orte mit „echter“ Ausrüstung oder werden selbst zum Geist und jagen ihre Freunde. Wer Teamwork, laute Schreie und überraschende Verrätereien mag, findet hier viel Stoff. Roh, Early‑Access‑mäßig, aber bereits jetzt für einige Momente verantwortlich, bei denen ich gleichzeitig gelacht und geflucht habe.

Jagen und Ermitteln in engen Räumen
Das Herzstück von SEVERANCE ist die Ermittlungs‑Schleife: Du und dein Team betretet eine Karte, teilt Aufgaben auf, platziert Kameras, prüft EMF‑Meter und Thermometer und baut nach und nach einen Fall auf, um einen der über 20 Geistertypen zu identifizieren. Es fühlt sich angenehm haptisch an — eine Kamera fallen lassen, Beweise auf dem Tablet austauschen oder zusehen, wie ein Mitspieler in Panik gerät, wenn das Licht flackert, macht Laune. Runden sind angespannt und selten freundlich; Fehler kosten euch Verstand und manchmal auch das Leben, was frustrierend sein kann, aber erfolgreiche Extraktionen dadurch umso befriedigender werden. Das Spiel drängt zur Kommunikation (und zum Fluchen) ins Mikro: Callouts zählen und aus Chaos wird durch Koordination methodisches Ermitteln. Im Vergleich zu Phasmophobia ist SEVERANCE etwas taktischer: Ausrüstung hat klarere Zwecke und die Beweisarten fühlen sich thematisch vielfältiger an.
Als Phantom spielen: Ghost Player Modus
Besonders stark ist SEVERANCE, wenn ein Spieler zum Geist wird. Dieser asymmetrische Modus kehrt die Machtverhältnisse um — plötzlich beobachtest du nicht mehr die Schatten, du bist der Schatten. Als Geist kannst du die Karte auf kreative Weise beeinflussen: Türen verriegeln, Gegenstände werfen, Lichter manipulieren und Besitzpuppen einsetzen, um Ermittler zu ködern. Einen Hunt zu timen, wenn ein Mitspieler wenig Verstand hat, oder eine Gruppe in eine Ecke zu treiben, macht großen Spaß, vor allem wenn du einen koordinierten Schreck-Moment hinlegst und das Team auseinanderläuft. Die Geistermechaniken fördern Kreativität: subtil, geduldig oder theatralisch — alles ist möglich. Beide Seiten in einer Session zu spielen hat mir gezeigt, wie sehr die Systeme sich gegenseitig befruchten und echte, erinnerungswürdige Spielmomente erzeugen.
Sound, Schocks und Präsentation
SEVERANCE funktioniert am besten, wenn Audio und Präsentation dich dazu bringen, an quietschende Dielen zu glauben. Die Umgebungsgeräusche — entfernte Klopfer, gedämpftes Atmen, der gelegentliche Schrei — erzeugen ordentlich Spannung, und die minimalistische UI erhält die Immersion. Grafisch ist es realistisch, ohne Fotorealismus zu versuchen: Innenräume wirken bewohnt und unheimliche Schatten reichen, um dein Gehirn auszutricksen. Die Performance ist allerdings durchwachsen: Ladezeiten und Framedrops traten bei einigen Spielern auf, also rechne mit Optimierungsupdates. Die Zugänglichkeit ist in Ordnung, aber ein klareres Tutorial wäre wünschenswert; mehrere Spieler (mich eingeschlossen) hätten sich ein kurzes Onboarding gewünscht, um nicht direkt übers Spiel zu stolpern. Insgesamt liefert die Präsentation die Grusel‑Atmosphäre, auch wenn noch Politur nötig ist, um dem Anspruch gerecht zu werden.

SEVERANCE liefert bereits jetzt erinnerungswürdige Grusel‑Momente und einen cleveren asymmetrischen Twist, besonders im Freundeskreis. Es ist ein ambitioniertes Indie‑Projekt, das noch Feinschliff braucht — rechne mit Bugs, Leistungsmacken und einer höheren Lernkurve ohne Tutorial. Wenn du auf spielergesteuerte Schreckmomente und kooperative Deduktion stehst, empfehle ich einen Kauf im Sale oder zusammen mit Freunden; sonst warte ein paar Updates für ein runderen Erlebnis.






Vorteile
- Der asymmetrische Geist‑Modus sorgt für witzige und nervenaufreibende Matches.
- Haptische Ermittlungen mit befriedigender Geräte‑Nutzung und Teamplay.
- Aktiver Entwickler und Community‑Engagement; häufige Updates bisher.
- Atmosphärischer Sound und minimale UI, die die Spannung hochhält.
Nachteile
- Early‑Access‑Politur fehlt: Bugs, Stabilität und Performanceprobleme bestehen.
- Lobbys, Tutorial und UX sollten fĂĽr Neulinge klarer sein.
- Bei Geistereffekten und Jump‑Scares fehlt teilweise die Varianz.
Spielermeinung
Spieler loben immer wieder, wie viel Spaß SEVERANCE mit Freunden macht, besonders die Neuheit, selbst als Geist spielen zu können — viele berichten von Lachanfällen und nervenaufreibenden Verfolgungen. Der aktive Entwickler und die häufigen Updates werden konstant positiv erwähnt; die Community schätzt schnelle Bugfixes und neuen Content. Auf der anderen Seite sind häufige Kritikpunkte Stabilität, Performance‑Einbrüche und das Fehlen klarer Tutorials für Neueinsteiger. Einige Rezensenten merkten wiederholte Audio‑Signale sowie den Wunsch nach mehr Geistermodellen und Ausrüstungs‑Upgrades an. Wenn du Phasmophobia oder die PvP‑Spannung von Dead by Daylight magst, sagen viele, dass SEVERANCE ähnlich reizt — du solltest aber Geduld mitbringen, bis es weiter poliert ist.




