SimplePlanes 2 Test – Der Sandbox-Flugsimulator, der liefert
Ein tiefes, chaotisches und liebevoll gemachtes Sequel: verbesserter Baukasten, schicke Grafik, prozedurale Teile und Multiplayer-Chaos — Early Access mit echtem Potenzial.
SimplePlanes 2 ist der lang erwartete Nachfolger des Kult-Baukastens, der einen gleichzeitig wie einen Hobby-Ingenieur und wie ein Kind mit zu viel Bastelkleber fühlen lässt. Das Spiel hebt fast alles an, was SimplePlanes liebenswert machte — freie Bauweise, knifflige Physik und das permanente „Was passiert, wenn ich das mache?“-Experiment — und packt zeitgemäße Optik, prozedurale Teile und chaotischen Multiplayer obendrauf. Wenn du das Original oder Jundroos Juno mochtest, fühlt sich SP2 sofort vertraut und bemerkenswert… glänzender an. Ich habe Stunden damit verbracht, zwischen entspannten Flügen über dem Archipel und lautem Fluchen über vergessene Lenkwaffen zu wechseln.

FlĂĽgelformen meistern und die Freude am Feintuning
Im Kern von SimplePlanes 2 steht immer noch der Designer. Du ziehst, streckst und modellierst Flügel, Rümpfe und Steuerflächen, bis dein Gebilde sich manövrieren lässt — oder spektakulär nicht. Die neuen NACA-basierten Profilkontrollen und die überarbeitete Flugphysik sorgen dafür, dass Bauen bedeutungsvoll ist: Verstellst du die Dicke, stürzt dein Flieger plötzlich früher ab oder steigt wie eine Rakete. Motoren zeigen jetzt echte Parameter (Verdichtung, Bypass, Nachbrenner-Schalter, Düsenarten), sodass das Tuning von Schub und Spritverbrauch zu einem echten Puzzle wird und nicht zu einer Schätzung. Die Steuerung unterstützt Maus/Tastatur, Controller und sogar HOTAS, was ich auf längeren Flügen sehr geschätzt habe. Der Alltag im Spiel pendelt zwischen Freude (ein perfekter Start nach drei Versuchen) und Facepalm (wenn ein teurer Heckbereich wegen eines falschen Scharniers explodiert).
Prozedurale Teile und das kreative Chaos, das sie ermöglichen
Was SP2 vom Vorgänger unterscheidet, ist die Menge an verschiedenen Dingen, die du bauen kannst — Flugzeuge, Autos, Boote, Gabelstapler und bizarre Hybridkonstruktionen. Die prozeduralen Antriebs- und Raketen-Teile sind überraschend tief: Skalierung, Durchmesser, Führungsarten (IR, SARH, ARH, Laser, ungelenkt und mehr) und Antriebsarten bedeuten, dass Waffen genauso viel mit Design wie mit Zerstörung zu tun haben. Auf der Karte gibt es über 40 versteckte Stock-Crafts zu entdecken, außerdem ist die Abwärtskompatibilität zu vielen SP1-Crafts ein Geschenk für Veteranen. Der Multiplayer verwandelt diese Spielzeuge in sozialen Wahnsinn: Rennen, Luftkämpfe, Seglerabschleppen und reines Trollen mit absurden Konstruktionen. Es ist großartig, wenn es funktioniert, und unglaublich unterhaltsam zuzusehen, wenn es das nicht tut.
Eine lebendige Welt und eine polierte Präsentation
Die Archipelago-Karte macht einfach Spaß zu befliegen. Bäume, Straßen, Flughäfen, eine Rennstrecke und 787 Quadratkilometer Gelände bieten Orte zum Testen von Geschwindigkeit und Handling, während Wasser-Rendering und volumetrische Explosionen befriedigend aussehen und wirken. Die Benutzeroberfläche ist an vielen Stellen sauberer als in SP1, Paint- und Decal-Werkzeuge ermöglichen überraschend hübsche Lackierungen, und die Performance ist größtenteils sehr solide — viele Spieler berichten sogar vom Laufen auf dem Steam Deck. Allerdings wirken manche UI-Elemente im Editor noch mobil-orientiert und unhandlich, und das Spawnen großer Mengen KI kann die Framerate hart erwischen. Das Sounddesign wirkt effektiv, aber an manchen Stellen roh; Motorlautstärken und Effekte könnten Feinschliff gebrauchen. Insgesamt entspricht die Technik fast der Ambition: ein Sandbox-Spiel, das gut aussieht und lebendig wirkt, aber noch ein paar Early-Access-Macken hat.

SimplePlanes 2 ist ein freudiges, ambitioniertes Early Access, das viele alte Ärgernisse bereinigt und gleichzeitig wunderbare neue Spielzeuge einführt. Es ist ideal für Bastler, Tüftler und Freundesgruppen, die Rennen fahren, rammen und lachen wollen — aber erwarte ein paar Rauheiten: UI-Macken, Mod-Tools und Stabilität brauchen noch Arbeit. Wenn du SP1 geliebt hast oder auf einen kreativen Flug-Sandbox stehst, ist das hier ein sehr empfehlenswertes Upgrade mit viel Luft nach oben.









Vorteile
- Tiefer, intuitiver Baukasten mit echten Aero- und Motorparametern
- Riesige, detailreiche Archipelago-Karte mit vielfältigen Aktivitäten
- Chaotischer und spaßiger Multiplayer — ideal für Rennen und Chaos
- Prozedurale Teile (Raketen, Antriebe) eröffnen kreative Möglichkeiten
Nachteile
- Braucht Early-Access-Polish: UI-Zipperlein und gelegentliche Lag-Probleme
- Modding-/XML-Werkzeuge und einige SP1-Import-Inkonsistenzen fehlen
- Audio ist stellenweise rau (Motorlautstärken/FX brauchen Feinschliff)
Spielermeinung
Das Feedback der Spieler spiegelt weitgehend meine Eindrücke wider: Es gibt echte Freude daran, dass Bauen und Feinabstimmung jetzt Gewicht haben. Viele Reviews loben die verbesserte Designer-Erfahrung, die großartige Karte und die neuen Teile — Veteranen mit hunderten Stunden in SP1 sagen, SP2 sei ein würdiger und weit besserer Nachfolger. Multiplayer wird durchgängig positiv als Quelle für Chaos und Lacher genannt, Nutzer melden jedoch Lag, wenn zu viele KI oder Spieler aktiv sind. Wiederkehrende Kritikpunkte sind das Fehlen eines XML-Editors/Modding-Tools, Probleme beim Import alter SP1-Teile (unterschiedliche Fuslängen) und eine teils mobil-orientierte UI im Editor. Wenn du Sandbox-Ingenieurskunst mit sozialem Chaos magst, sagen die meisten Spieler: kaufen. Erwartest du hingegen einen vollständig polierten Release oder umfangreiche Mod-Unterstützung zum Start, lohnt es sich, noch etwas zu warten.




