Yakuza Kiwami Review — Die raue, emotionale Wiedergeburt von Kiryus erstem Fall
Ich habe Kazuma Kiryus Ursprungsstory in Yakuza Kiwami neu gespielt — ein gefühlvoller, teils holpriger Remake mit süchtig machender Prügelei, Majimas Chaos und einer Stadt voller Ablenkungen.
Ich bin zurückgekehrt zu dem Ort, an dem alles begann: Yakuza Kiwami, dem Remake des ersten Spiels, das eine ganze Reihe ins Rollen brachte. Auf dem Papier ist es klassischer Kiryu — zehn Jahre im Knast, eine gestohlene Jugend und eine Stadt, die niemals schläft — doch der Kiwami-Anstrich bringt modernen Schliff, Majimas Unberechenbarkeit und ein paar Ecken und Kanten mit. Wenn du Yakuza 0 geliebt hast, wird sich Kiwami vertraut und manchmal frustrierend anfühlen: sentimental, melodramatisch und oft überraschend zärtlich. Unter den gelegentlichen Boss-Schlachten und dem unrhythmischen Erzähltempo steckt aber immer noch ein Spiel, das unterhält, überrascht und einen dazu bringt, die Figuren zu mögen.

PrĂĽgeln durch Kamurocho
Das Herz von Yakuza Kiwami ist die Beat-'em-up-Kampfschleife: Du läufst in eine enge Gasse, ein paar Rüpel fangen an zu pöbeln, und dann folgt ein knackiger, kinetischer Austausch aus Schlägen, Würfen und Stilwechseln. Kiryu kann zwischen vier klar unterscheidbaren Stilen wechseln — Brawler für schwere, gnadenlose Treffer; Rush für schnelle Kombos; Beast für überwältigende Griffe; und Dragon für jene cinematische Signatur. In der Praxis gibt dir das ein befriedigendes Werkzeug-Set: Ich habe es geliebt, in Rush zu wechseln, um in Kombos zu rutschen, und dann einen betäubten Gegner mit Beast wegzuhauen. Heat-Mechaniken und Spezialangriffe machen Kämpfe filmreif — das Aufbauen zu einem Heat-Move fühlt sich immer gut an — aber die Kiwami-Ergänzungen bei Bosskämpfen (die Farb-Aura-Lade-Mechanik) verwandeln manche Duelle in lästiges Ressourcenmanagement statt in ein lesbares Reaktionsspiel.
Abseits der Kämpfe ist Kamurocho ein Spielplatz: Spielhallen, Karaoke, Batting Cages, Kabarettclubs und die schrillen Nebenaufträge lockern die Hauptgeschichte auf. Ich habe peinlich viel Zeit mit klassischen SEGA-Automaten und Harukas Anfragen verbracht, die von niedlichen Firlefanz-Quests bis zu überraschend emotionalen Momenten reichen. Die Substories sind gemischt — manche sind wirklich urkomisch oder bewegend, andere fühlen sich wie veraltete Betrugssketche an — aber sie füllen ein lebendiges Viertel mit schrägen NPCs, an die ich mich eher erinnere als an einige Plotpunkte.
Wenn Majima auftaucht, herrscht Chaos
Was Kiwami vom reinen Remake unterscheidet, sind seine Zusätze, allen voran das Majima-Everywhere-System. Majima, der in lächerlichen Kostümen auftaucht oder Kiryu überfällt, verwandelt die Stadt in ein unberechenbares Trümmerfeld. Ich habe gelacht, gestöhnt und manchmal den Controller fast geworfen bei diesen Begegnungen. Sie geben Persönlichkeit und wiederholbaren Überraschungswert, können beim Vorankommen in der Story aber auch nervig auf die Nerven gehen. Ein weiterer einzigartiger Zug ist die Einbindung von Legacy-Elementen und QoL-Verbesserungen — manche Moves fühlen sich modernisiert an, behalten aber die Struktur des älteren Spiels bei.
Das Aufwertungssystem und optionale Herausforderungen (Coliseum-Turniere, Trainingslektionen und Ausrüstungssuchen) fügen eine leichte RPG-Schicht hinzu. Manche Spieler lieben das Grinden für übermächtige Moves (Tiger Drop, anyone?), andere stört das Tempo, wenn Ausrüstung oder Skills den Fortschritt blockieren. Ich habe die Schwierigkeit ein paar Mal gewechselt: Das Spiel kann in Gruppen gemütlich sein, in einigen Bosskämpfen aber frustrierend werden, wenn Stunlocking oder seltsame Treffererkennung ein Set-Piece in einen zähen Krieg verwandeln.
NeonstraĂźen, wuchtiger Sound und gelegentliche Ecken und Kanten
Grafisch mixt Kiwami aufgewertete Charaktermodelle mit einem Level-Layout älteren Zuschnitts; Kiryu sieht moderner aus, aber die Stadt trägt noch die Knochen des Designs von 2005. Der Soundtrack balanciert neue Tracks und nostalgische Motive — einige Originalstücke fehlen, aber Lieder wie „Get Over It“ treffen zur rechten Zeit. Die Soundgestaltung in Kämpfen ist druckvoll: Einschläge fühlen sich schwer an, die Menge reagiert, und Zwischensequenzen liefern weiterhin filmische Wucht.
Technisch gibt es aber Ecken und Kanten: gelegentliche Controller-Zicken, die von Spielern berichtet wurden, und einige Kämpfe, die im Vergleich zu späteren Serienteilen unausgereift wirken. Die Performance auf modernen PCs ist im Allgemeinen stabil, doch das zugrunde liegende Design verrät manchmal seine 2005er-Wurzeln — das Tempo und die KI zeigen ihr Alter. Dennoch ist Kamurocho liebevoll umgesetzt, und die Präsentation trägt viel zum emotionalen Gewicht bei, wenn die Story auf Drama und Tragik setzt.

Yakuza Kiwami ist ein gefühlvolles, mitunter ungeschliffenes Remake, das dennoch denkwürdige Charaktere, eine Stadt voller Ablenkungen und befriedigende Prügeleien liefert. Es ist nicht so poliert oder ausbalanciert wie spätere Teile wie Yakuza 0, aber essenziell, um Kiryus Hintergrund und das emotionale Herz der Reihe zu verstehen. Kaufempfehlung für alle, die ein storygetriebenes Actionspiel mit jeder Menge Nebeninhalten suchen — bereite dich nur auf einige frustrierende Bosskämpfe und Ecken und Kanten vor.




Vorteile
- Starke, emotionale Kernstory, die Kiryus Herkunft ausarbeitet
- Befriedigendes, abwechslungsreiches Kampfsystem mit vier Stilen
- Kamurocho steckt voller Minispiele und charmanten Nebeninhalten
- Majima Everywhere sorgt fĂĽr unvorhersehbare, denkwĂĽrdige Begegnungen
Nachteile
- Bosskämpfe können unausgewogen, grindlastig oder repetitiv wirken
- Erzähltempo und einige Substories wirken im Vergleich zu neueren Teilen veraltet
- Gelegentliche technische Macken und Steuerungsprobleme, die Spieler melden
Spielermeinung
Spieler loben Kiwami meist für seine emotional geladene Erzählung und Kiryus Charakterbogen; viele heben Szenen hervor, die sie wirklich berührt haben. Majima Everywhere ist ein Publikumsliebling — die Unberechenbarkeit und die zum Lachen bringenden Überfälle gefallen vielen — allerdings empfinden einige diese Einblendungen als störend, wenn sie die Story vorantreiben wollen. Kritik gibt es vor allem an Boss-Balance und Spätspielkämpfen: Viele Rezensenten erwähnen Stunlocking, Heilungsmechaniken und das Aura-/Farb-Kontersystem als frustrierend, weshalb manche empfehlen, die Schwierigkeit für härtere Duelle zu senken. Substories und Minispiele polarisieren: Viele Nutzer lieben die Arcade- und Nebeninhalte, während andere bemängeln, dass manche Nebenmissionen veraltet oder grindig wirken. Wenn du Yakuza 0 mochtest, bekommst du vertraute Kämpfe mit etwas raueren Kanten; Neueinsteiger finden ein bewegendes Eingangstor zur Reihe, auch wenn das Erzähltempo mitunter holprig ist.




