Von Zauberei-Sandboxen bis zu einstündigen Tränendrückern: Das sind die besten Indie-Spiele aus unseren Reviews — für jede Stimmung und jedes Genre.
Veröffentlicht am 24. Juni 2026
Indie-Spiele leben von kreativen Risiken — kleine Teams, große Ideen, kein Sicherheitsnetz. Die Titel auf dieser Liste beweisen, dass Vision und Handwerk jedes Budget übertrumpfen können. Ob ihr einen mechanisch tiefen Kaninchenbau sucht oder ein kurzes, emotional aufwühlendes Erlebnis: Diese von uns getesteten Perlen repräsentieren das Beste, was die Indie-Szene gerade zu bieten hat.

Orb of Creation — Wertung 9.1/10
Orb of Creation verdient seinen Platz an der Spitze dieser Liste durch schiere Ideenvielfalt. Im Kern eine Incremental-Sandbox, hüllt es das Zahlen-Tüfteln in ein vielschichtiges Zauberei-System, das Neugier stetig belohnt. Anders als viele Genrevertreter fühlt es sich nie wie sinnloses Leerlaufen an — jede Entscheidung hat echtes Gewicht. Wer auch nur ein bisschen Spaß am Theoretisieren hat, wird von diesem Spiel vollständig verschluckt.

DAVE THE DIVER - In the Jungle Content Pack — Wertung 9.0/10
Dave the Diver – In the Jungle Content Pack tauscht den Ozean gegen Süßwasser und liefert eine überraschend gehaltvolle Erweiterung zu einem der beliebtesten Indie-Hits der letzten Jahre. Banchos überarbeitetes Menü bringt frisches kulinarisches Chaos, während ein neues Dschungeldorf und seine Geheimnisse der Geschichte willkommene neue Richtungen geben. Es ist mehr von dem, was das Basisspiel großartig machte — souverän umgesetzt und angenehm umfangreich.

and Roger — Wertung 9.0/10
And Roger ist kaum eine Stunde lang, nutzt aber jede Minute mit chirurgischer Präzision. Diese kurze Narrative-Experience erzählt eine Geschichte über Demenz, die intim, leise erschütternd und durch und durch aufrichtig ist — keine billigen Tricks, keine Melodramatik, nur ein ehrliches Porträt von Liebe und Verlust. Es beweist besser als fast alles andere auf dieser Liste, dass Spiele Literatur sein können. Taschentücher bereithalten.

Pipistrello and the Cursed Yoyo — Wertung 9.0/10
Pipistrello and the Cursed Yoyo fühlt sich an wie ein vergessener Game-Boy-Advance-Klassiker, der irgendwie noch besser geworden ist. Das Yoyo als primäre Waffe ist ein herrlich einfallsreicher Kniff, der Kampf- und Rätsellösungen ermöglicht, die sich durchgehend wirklich frisch anfühlen. Unter dem charmanten Pixel-Art verbirgt sich Dungeon-Design auf Zelda-Niveau — durchdacht, vielschichtig und voller Ideen. Ein Pflichtspiel für alle, die mit Handheld-Action-Adventures aufgewachsen sind.

The Scroll of Taiwu : Beyond The Dome — Wertung 8.7/10
The Scroll of Taiwu: Beyond The Dome ist ein ambitioniertes Monstrum — ein Wuxia-RPG, das Kampfkunst-Meisterschaft über eine lebendige Dorf-Simulation schichtet und emergente Geschichten organisch aus seinen ineinandergreifenden Systemen wachsen lässt. Es fordert Geduld und die Bereitschaft, sich auf dichte Mechaniken einzulassen, belohnt aber alle, die durchhalten, mit einer Welt, die sich wirklich lebendig anfühlt. Kaum ein anderes Indie-RPG bietet diese systemische Tiefe.

Cursed Words: The Word Game That Isn't — Wertung 8.7/10
Cursed Words: The Word Game That Isn't lockt mit Boggle-artigen Buchstabengittern und dreht dann völlig am Rad. Sticker, Stempel und Roguelike-Synergien verwandeln das, was ein angenehmes Wortpuzzle hätte sein können, in etwas köstlich Chaotisches und tief Wiederspielwürdiges. Es ist eines der seltenen Spiele, das gleichzeitig zugänglich und mechanisch überraschend ist. Wortspiel-Fans und Roguelike-Veteranen werden hier gleichermaßen auf ihre Kosten kommen.

Berry Bury Berry — Wertung 8.6/10
Berry Bury Berry bekennt sich voll zu seiner surrealen Prämisse und ist dadurch umso besser. Die Schleife aus Beeren anbauen und vergraben klingt auf dem Papier absurd, erzeugt in der Praxis aber einen seltsam hypnotischen Rhythmus, den man nur schwer unterbrechen mag. Sein schräger Humor und seine eigenartige visuelle Identität verleihen ihm eine Persönlichkeit, die sich wenige Farming-Spiele zu entwickeln trauen. Wer etwas Gemütliches, aber entschieden Seltsames sucht, ist hier genau richtig.

Librarian: Tidy Up the Arcane Library! — Wertung 8.5/10
Librarian: Tidy Up the Arcane Library! rundet diese Liste mit einer großzügigen Portion Charme ab. Verzauberte Bücher zu sortieren klingt bescheiden, aber das Spiel hüllt seine Aufräumschleife in gerade genug magisches Geheimnis, um die Sache durchgehend unterhaltsam zu halten. Die gemütliche Atmosphäre ist tadellos gestaltet und macht es zum perfekten Gegenstück nach etwas Schwererem. Manchmal sind die besten Indie-Spiele einfach jene, die genau wissen, was sie sein wollen.
Was alle Spiele auf dieser Liste vereint, ist eine klare Absicht — jedes weiß, was es sagen will und wie es das ausdrücken möchte. Diese Überzeugung, mehr als jedes Budget oder jede Technologie, ist es, was Indie-Spiele so feiernswert macht.
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