Lunarium Test – Ein stimmungsvolles ARPG mit atemberaubender Kunst
Ein zärtliches Souls-like ARPG, das parry-fokussierten Kampf mit handgezeichneter Kunst und einem herzerwärmenden Duo verbindet. An den Rändern rau, aber voller Persönlichkeit — ideal für Fans atmosphärischer Indie-ARPGs.
Ich bin mit der Erwartung an Lunarium herangegangen, ein hübsches Spiel mit starren Kampfmechaniken zu sehen — gefunden habe ich ein überraschendes kleines Abenteuer, das Sekiro-ähnliche Parry-Momente mit der Melancholie von Ender Lilies verbindet. Die Welt wirkt zerbrechlich, Ave und Lune sind stimmig geschrieben, und vor allem Kunst und Sound tragen das Spiel. Es ist eindeutig ein Herzensprojekt des kleinen Entwicklerstudios (月相仪Lunarium) und trotz einiger rauer Kanten macht das Spiel vor allem eines: Spaß.

Tanz zwischen Klinge und Zauber
Der Kampf in Lunarium ist ein Duett aus Aves Schwert und Lunes seltsamen Magien. Du weichst aus, parierst und konterst — Parrys sind wichtig, viele Begegnungen belohnen Timing eher als wildes Tastendrücken. Ave ist flink, aber das Ausweichen fühlt sich gelegentlich träge an; dieses bewusstere Tempo hat mich dazu gebracht, Gegneransagen zu lesen, statt sie zu überrennen. Lune ist kein bloßer Skin: Sie schwächt Feinde, stärkt Ave und öffnet Wege mit ihren Kräften, was einen befriedigenden Team-Flow erzeugt. Bosskämpfe werden oft zur Choreographie: lesen, reagieren, dann zuschlagen. Für ein Top‑Down‑ARPG setzt Lunarium stark auf Risk-and-Reward-Zeiträume, sodass zufriedenstellende One‑Hit‑Kills und der Schmerz eines einzigen falsch gelesenen Parrys gleichermaßen vorkommen.
Stoff, Stickereien und Kameradschaft
Die Progressionssysteme — Cloaks, Embroidery und der Skill‑Tree — sind für mich das große Plus. Cloaks verändern Aussehen und Spielstil: Such dir einen Umhang, um auf Angriff, Verteidigung oder skurrile Utility zu setzen. Embroidery funktionieren wie Charms/Passive und laden zum Experimentieren ein; ein einzelner Charm kann eine langsame, zähe Ave in einen fragilen Burst‑Charakter verwandeln. Der Skill‑Tree erlaubt dir, dein Build auf Combos oder Überlebensfähigkeit zu trimmen, und weil der Tod hier nicht überhart bestraft wird, macht Ausprobieren Spaß und bringt wenig Frust. Lunes Unterstützungsfähigkeiten erzeugen echte Entscheidungen — cooldowns in Schaden stecken oder Magie nutzen, um einen Gegner zu kontrollieren? Ich habe ständig Cloaks und Embroidery gewechselt, nur um zu sehen, welche schräge Synergie klickt.
Leinwand aus Klang und Schatten
Optisch ist Lunarium ein Liebesbrief: handgezeichnete Hintergründe, geschichtete 2,5D‑Level und stimmungsvolle Beleuchtung, die jede Gegend zu einer Postkarte machen. Der Soundtrack ist oft das Highlight — Kampftracks fügen sich perfekt ein, während Ambient‑Stücke die Melancholie verfallener Tempel tragen. Die Performance ist auf Windows grundsätzlich stabil; einige Spieler berichteten von Frame‑Drops und Startproblemen, aber die Patches haben vieles gebessert. Bei der Zugänglichkeit ist die Bilanz gemischt: Controller spielt sich großartig (mein Favorit), während Maus und Tastatur etwas unhandlicher sind — besonders bei Ausweichen und präzisen Parrys. Die Übersetzung ist größtenteils in Ordnung, mit ein paar schrägen Formulierungen, aber das Schreiben zwischen Ave und Lune ist ehrlich gesagt liebenswert und oft herrlich menschlich.

Lunarium ist ein liebevolles ARPG mit wunderschöner Optik, tollem Soundtrack und einem Kampf, der Geduld sowie Timing belohnt. Es ist nicht perfekt — mit Patches ist noch zu rechnen und Controller‑Spieler haben Vorteile — doch das Kernspiel ist charmant und sein Preis wert. Wenn du stimmungsvolle Welten und Build‑Experimente magst, solltest du Ave und Lune auf deine Wunschliste setzen.










Vorteile
- Atemberaubende Handzeichnungen und stimmungsreicher Soundtrack
- Knackiger, parry‑fokussierter Kampf mit lohnender Risiko/Belohnungs‑Mechanik
- Flexible Cloak‑/Embroidery‑Systeme fördern Build‑Vielfalt
- Kleines Team, reagiert schnell mit Patches und Support
Nachteile
- Ausweichen und Parry wirken mit Maus & Tastatur inkonsistent
- Kleine Übersetzungsfehler und gelegentliche Start‑Bugs
- Einige Spieler berichten von Cloud‑Save‑ und Frame‑Drop‑Problemen
Spielermeinung
Spieler loben fast einhellig Lunariums Optik und Soundtrack; die handgezeichneten Hintergründe und die Kampfmusik werden immer wieder als Highlights genannt. Viele Reviews heben hervor, wie charmant Ave und Lune sind, und die Dialoge zaubern echte Lächeln. Kritikpunkte häufen sich bei technischen Anfangsproblemen (insbesondere einem Boss‑Bug, der schnell gepatched wurde), dem leicht trägen Gefühl des Ausweichens und der Tatsache, dass Maus & Tastatur schlechter wirken als Controller. Wiederkehrende Themen: großartige Grafik, befriedigende Parry‑Fenster für Übungswillige und ein Entwickler, der schnell auf Feedback reagiert. Wenn dir Ender Lilies, die Atmosphäre von Hollow Knight oder das Parry‑Ballett von Sekiro gefallen, trifft Lunarium wahrscheinlich genau deinen Nerv.




