Memoirium erscheint am 13. August mit einer surrealen Traumwelt, bedachten Soulslike Kämpfen, einem persönlichen Zimmer zum Dekorieren und einer kostenlosen Demo mit übertragbarem Fortschritt.
Veröffentlicht am 13. August 2026

Memoirium erscheint am 13. August 2026 für Windows PC über Steam. Hinter dem Spiel steht GoldenGratus, das Projekt des Einzelentwicklers Paolo Villanueva. Als Publisher ist Outersloth beteiligt. Die Ausgangslage ist schnell erklärt: Du erwachst als Dreamer in einem zerfallenden Reich aus liminalen Räumen und musst dich durch ein fremdes Unterbewusstsein kämpfen. Spannend wird das Konzept dadurch, dass die Welt sich nicht wie eine gewöhnliche Fantasy Karte verhalten will. Eine Schule, ein Friedhof, eine Burg und andere Orte können direkt nebeneinander liegen, weil hier Traumlogik statt Geografie gilt.
Damit hebt sich Memoirium schon vor dem ersten Kampf von einem klassischen düsteren Soulslike ab. Die Grafik orientiert sich an der Ära der ersten PlayStation und setzt auf Umgebungen, die absichtlich seltsam, unfertig oder leicht falsch wirken können. Das Ergebnis erinnert eher an einen beunruhigenden Traum als an einen sauber ausgeleuchteten Themenpark. Wer liminale Räume und unheimliche Atmosphäre mag, könnte sich an diese Welt stärker erinnern als an ein weiteres Mittelalterreich mit bekannten Ruinen.
Die spielerische Grundlage bleibt vertraut. Memoirium verlangt einen guten Umgang mit Ausdauer, unterscheidet zwischen leichten und schweren Angriffen und zwingt dich immer wieder zur Entscheidung zwischen Blocken, Ausweichen und einem weiteren Schlag. Die Gegner heißen Phantasms. Ausrüstung soll dabei mehr verändern als nur die Schadenszahl. Eine Rüstung kann beeinflussen, wie lange negative Effekte anhalten. Eine Maske kann bestimmen, wie sich Gegner im Kampf verhalten. Dadurch bekommt Erkundung einen praktischen Wert: Ein merkwürdiger Gegenstand aus einem Nebenraum kann die beste Antwort auf die nächste Begegnung sein.
Angekündigt sind 31 verschiedene Waffen, 14 Rüstungen, Masken und Nebenhand Gegenstände, 25 Keepsakes sowie 67 Lullabies, also Zauber. Diese Zahlen versprechen Raum für unterschiedliche Spielweisen, beweisen aber noch nicht, dass jede Option sinnvoll eingesetzt werden kann. Zum Start wird deshalb entscheidend sein, ob die Ausrüstung echte Entscheidungen erzeugt oder nur eine lange Liste ähnlicher Möglichkeiten bildet. Die bisherigen Informationen klingen flexibel. Wie gut sich die Kämpfe tatsächlich anfühlen, lässt sich erst mit dem fertigen Spiel beurteilen.
Eine ungewöhnliche Entscheidung betrifft Verbrauchsgegenstände. Sie verschwinden nach der Nutzung nicht für immer, sondern füllen sich an bestimmten Punkten der Reise wieder auf. Wenn du denselben Gegenstand mehrfach findest, kann er verbessert werden, wobei jedes Werkzeug seine Grenzen hat. Das könnte Experimente weniger riskant machen als in vielen verwandten Spielen. Gleichzeitig werden Rücksetzpunkte zu kleinen Planungsstationen und nicht nur zu Orten, an denen die Gesundheit zurückkommt. Diese Lösung dürfte allen gefallen, die neue Werkzeuge ausprobieren möchten, ohne einen einzelnen Fehler lange zu bereuen.
Memoirium bietet acht Dungeons mit eigenen Gegnern, Minibossen und Bossen. Die Welt dazwischen ist vollständig miteinander verbunden und soll mehrere Wege erlauben. Das Abenteuer wird damit nicht als reine Abfolge von Arenen beschrieben. Verzweigungen und klar getrennte Dungeons geben der Reise eine erkennbare Form. Zugleich entsteht daran eine wichtige Prüfung für das Spiel: Die ungewöhnlichen Schauplätze müssen auch beim Orientieren und Wiederfinden helfen, nicht nur auf Bildern gut aussehen.
Zwischen den gefährlichen Abschnitten kann der Dreamer in ein persönliches Zimmer zurückkehren. Mementos aus der Reise lassen sich dort aufstellen, außerdem gibt es einen Ort zum Schreiben. Im Vergleich zu den Kämpfen ist das eine kleine Funktion, doch sie sorgt für einen angenehmen Rhythmuswechsel. Dream, Defy, Decorate beschreibt eine abwechslungsreichere Routine als ständiges Kämpfen. Wenn sich der Raum im Verlauf sichtbar verändert, kann die Reise persönlicher wirken. Dafür müssen die Belohnungen allerdings mehr sein als eine einfache Liste von Möbelstücken.
Memoirium ist für Windows über Steam angekündigt. In den verfügbaren Systeminformationen werden keine bestätigten Versionen für Mac oder Linux genannt. Als Mindestanforderung gelten Windows 10, 8 GB Arbeitsspeicher und eine NVIDIA GTX 970 oder vergleichbare Hardware. RPGamer nennt einen Preis von 14,99 US Dollar und eine kostenlose Demo. Der Fortschritt aus der Demo kann in die Vollversion übernommen werden. Dadurch lässt sich der Stil und das Kampftempo testen, bevor du dich endgültig entscheidest.
Auf der Steam Seite gibt es zum Zeitpunkt dieser Vorschau noch keine Nutzerbewertungen. Das ist deshalb eine Einordnung zum Start und keine Bewertung des fertigen Erlebnisses. Die vorhandenen Informationen bestätigen Aufbau und Funktionsumfang, beantworten aber nicht, ob die Bosse überzeugen, die Kamera sauber arbeitet oder die Raumgestaltung genug Tiefe besitzt. Genau diese Details werden darüber entscheiden, ob Memoirium eine besondere Kuriosität oder eine schöne Idee mit rauen Kanten wird.
Memoirium richtet sich an Spieler, die bedachte Action, verzweigte Erkundung, ungewöhnliche Welten und veränderbare Ausrüstung mögen. Auch wer ein Soulslike sucht, das sich weniger für mittelalterlichen Ernst und stärker für Traumlogik, Retro Unbehagen und persönliche Kleinigkeiten interessiert, dürfte neugierig werden. Die Demo ist besonders sinnvoll für alle, die zuerst prüfen möchten, ob Ausdauermanagement und Grafikstil zum eigenen Geschmack passen.
Wer kooperatives Spielen, eine große etablierte Community oder ein bewährtes Endgame braucht, sollte zunächst auf Eindrücke zum Start warten. Das gilt auch für Spieler, die von der ersten Minute an eine sehr polierte Präsentation und eine vollständig erklärte Geschichte erwarten. Memoirium lebt von Geheimnissen und Atmosphäre. Bei einem kleinen Soloprojekt sind deshalb raue Stellen möglich. Der stärkste Grund für Interesse ist nicht das Versprechen, dass jedes System perfekt funktioniert. Es ist die seltene Verbindung aus ernst gemeinten Kämpfen, einer instabilen Traumwelt und einem Zimmer, das deinen Weg festhält.
Memoirium besitzt bereits vor dem Start eine klare Identität. Ob diese Identität im fertigen Spiel trägt, hängt von Balance, Bossdesign und der Tiefe hinter den vielen Gegenständen ab. Für Spieler, die sich zu seltsamen Orten und vorsichtigen Kämpfen hingezogen fühlen, ist die Demo ein sinnvoller erster Schritt. Alle anderen können auf die ersten Spielerberichte warten und dann entscheiden, ob sie diesen Traum betreten möchten.
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