Dwarves: Glory, Death and Loot — Roguelike-Auto-Battler mit Herz
Ein charmantes, gear-lastiges Autobattler, in dem du bis zu zehn bärtige Krieger formst. Tiefes Crafting, lange Runs und eine Spielschleife, die man entweder liebt oder hasst — ich war gleichzeitig begeistert und genervt.
Ich bin mit niedrigen Erwartungen und einer Schwäche für Bärte und Loot an Dwarves: Glory, Death and Loot herangegangen. Hamma Studios mixt Roguelike-Progression, RPG-Item-Management und Auto-Battler-Taktik zu einem eigenen Gebräu — verpackt in einen frechen Zwergen-Stil. Fesselnd ist das Gefühl, aus zwei jämmerlichen Rekruten eine zehnköpfige Streitruppe zu schleifen; frustrierend sind die langen Runs und eine UI, die manchmal wirkt, als wäre sie mit dem Hammer entworfen worden. Wer Gear, Positionierung und inkrementelle Upgrades mag, findet hier eine seltsame, aber befriedigende Nische.

Von zwei Bärten zu zehn: Die Run-Schleife
Jeder Run startet mit zwei schlecht ausgerüsteten Zwergen und wenigen Optionen — und das Herzstück des Spiels ist dieses langsame, befriedigende Hochskalieren. Zwischen den Kämpfen entscheidest du, ob du rekrutierst, Ausrüstung kaufst, in die Schmiede investierst oder permanente Gems freischaltest; jede Wahl lenkt deinen Run in eine neue Richtung. Die Kämpfe laufen automatisch ab — deine Vorbereitung zählt mehr als Reaktionsgeschwindigkeit — daher verbringst du die meiste Zeit in Menüs beim Feintuning von Formationen, Rollenverteilungen und Ausrüstungsmanagement. Ich mochte die Spannung, einen zerbrechlichen Magier hinter zwei Tanks zu platzieren und zuzusehen, wie alles zusammenbricht, weil ich die Reichweite eines Gegners falsch eingeschätzt habe. Die Runs können lang sein: Der frühe Goldgrind ist real, und einige Spieler kritisieren, dass erst nach Stunden die wirklich interessanten Entscheidungen auftauchen.
Wenn Positionierung wie ein MMO-Pull wirkt
Was Dwarves besonders macht, ist, dass Formationen wie ein Raid-Pull behandelt werden — du planst den nächsten Schlagzug. Es gibt Synergien zwischen Waffentypen, Spezialgegenständen und geschmiedeten Items, die das Verhalten eines Zwerges im Kampf umkrempeln; ein gut platzierter Disruptor kann der gegnerischen Backline den Tag ruinieren. Schmiede- und Crafting-System verleihen dem Gear-Loop Tiefe: Ein Item zu verbessern oder Attribute neu zu rollen kann einen Helden von „meh“ zu Carry-Status befördern. Ja, manchmal fühlt es sich wie Tabellenkalkulation mit Amboss an, aber wenn ein frisch geschmiedetes Schwert einen verlorenen Kampf wendet, ist der Lohn groß. Das Gleichgewicht schwankt zwischen Langeweile in langen frühen Runs und Freude, wenn Synergien greifen.
Grobschlächtige, aber taugliche Präsentation
Visuell setzt das Spiel auf kantige, gut lesbare Sprites und bunte Schlachtfelder, sodass auch chaotische Kämpfe überschaubar bleiben. Sounddesign und Musik sind überraschend stark — mehrere Reviews loben den Soundtrack, und ich unterschreibe: Er hält einen bei der Stange. Die Performance auf Windows ist stabil (auch Berichte vom Steam Deck sind positiv), aber UI und Tutorials benötigen Feinschliff: Tooltips sind oft knapp, und der von Nutzern beschriebene Gamepad-/Start-Bug ist ein echtes Ärgernis. Eingabehilfen sind grundlegend; klarere Stat-Erklärungen und schnellere Schmiede-Shortcuts wären sinnvolle QoL-Verbesserungen.

Dwarves: Glory, Death and Loot ist ein Liebesbrief an Spieler, die langsame Progression, Gear-Bastelei und sorgfältige Formationsplanung lieben. Perfekt ist es nicht — Onboarding, UI und Early-Game-Pacing brauchen Feinschliff — aber wenn die Systeme greifen, liefert das Spiel eingängige, nervenaufreibende Momente und echte Befriedigung. Empfehlung für Fans von tiefem Crafting, Theorycrafting und langen Runs; wer schnelle, sauberere Autobattles bevorzugt, sollte auf QoL-Patches warten.







Vorteile
- Tiefes Gear- und Crafting-System, das Planung belohnt
- Taktisch befriedigende Entscheidungen zu Formation und Rollen
- Toller Soundtrack und gut lesbare, charmante Optik
- Hoher Wiederspielwert für Theorycrafter und Min-Max-Fans
Nachteile
- Runs können anfangs übermäßig lang und grindig wirken
- Clunky UI und schwache Tutorials erschweren das Onboarding
- Einige Bugs (Gamepad/Start-Probleme) und fehlende QoL-Features
Spielermeinung
Die Spielerschaft ist gespalten — und das aus guten Gründen. Viele loben die Suchtspirale, das tiefe Schmiede-System und das Erfolgserlebnis, wenn ein gebautes Setup einen Kampf dreht — in den Kommentaren liest man von Sessions über fünf bis zehn Stunden und dem Plan, 50+ Stunden zu investieren. Auch Soundtrack und der charmante Zwergen-Humor werden oft hervorgehoben. Auf der anderen Seite beschweren sich viele über zu viel frühen Grind, undurchsichtige Werte, eine unhandliche UI und dürftige Tutorials, die Neulinge im Unklaren lassen. Einige berichten außerdem von Gamepad-Problemen beim Spielstart; manche empfinden Kämpfe als chaotische Auto-Resolution, die taktische Entscheidungen nicht immer belohnt. Fazit der Community: Wer geduldige, langwierige Runs und Gear-Experimente mag, findet viel Spaß; wer schnelle, snackbare Autobattles erwartet, wird eher frustriert sein.




