Zenless Zone Zero Review – Stylische Urban-Action mit Gacha-Häkchen
Ein praktischer Blick auf Zenless Zone Zero: fesselnde Kämpfe, einprägsame Charaktere und ein musikalischer Fokus – doch Gacha‑Mechaniken und Launcher‑Zipperlein trüben das Bild.
Ich bin als neugieriger Proxy nach New Eridu gesprungen, in der Hoffnung auf stylishe Action und eine Stadt, die man gern erkundet – und Zenless Zone Zero liefert größtenteils. Der neongetränkte Urban‑Fantasy‑Look, die prägnanten Animationen und der EDM‑lastige Soundtrack haben mich schon in der ersten Stunde gepackt. Besonders ehrlich wirkt das Spiel durch eine Kampfmechanik, die Timing belohnt: Parrys haben Gewicht und Char‑Swaps machen jeden Fight kinoreif. Allerdings ist ZZZ ein Gacha‑Live‑Service, und das beeinflusst Progression, Balance und manche Designentscheidungen.

Eintauchen in die Hollows
Der Kern des Spiels wirft einen zwischen die belebten Straßen von New Eridu und die gefährlichen Hollows – instanzierte Arenen, die eher Reflexe als Erkundung prüfen. Der Kampf ist ein Dreiertanz: Basisangriffe für Momentum, Spezialfähigkeiten für Burst und Chain Attacks oder Assists zum Finish. Parry‑ und Dodge‑Fenster sind eng, aber fair; ein perfekt getimter Parry hat echten Wumms und öffnet ein Schadensfenster. Man kontrolliert ein Drei‑Agenten‑Team und wechselt ruckartig, weshalb Timing, Assists und Off‑Field‑Effekte ständig durchdacht werden müssen. Dahinter steckt eine kleine Ressourcenökonomie (Skill‑Leisten, Assists, Anomalie‑Status), die jede Entscheidung bedeutsam macht statt spammy. Das Spiel belohnt Animation‑Cancels, manuelle Chain‑Attacks und das Erkennen von Gegner‑Tells – das hat bei mir schnell Suchtpotential entwickelt.
Agenten‑Taktiken und Gacha‑Abwägungen
Was ZZZ hervorhebt, ist die Tiefe, die man über die Gacha‑Hülle legt: Agenten haben Kits, die interagieren (Stuns, Anomalie‑Aufbau, Aftershock On/Off‑Field), Teamzusammenstellung zählt. Drive‑Discs erlauben Feintuning der Stats, bringen aber RNG‑Frust mit sich – Substats können Builds zerreißen oder stark machen. F2P‑Spieler erhalten vergleichsweise großzügiges Pull‑Income; ich habe brauchbare Kompositionen ohne Geld geschafft, doch das spitze Endgame schubst einen oft in Richtung limitierten Einheiten oder Signatur‑Waffen. Powercreep ist spürbar – ältere Agenten brauchen gelegentlich Buffs – und die Banner‑Rhythmik von HoYo beeinflusst, wer brauchbar bleibt. Trotzdem sorgt die Vielfalt an Spielstilen (Hypercarry, Double‑DPS‑Anomaly, Stun‑Chains, Defensiv‑Comps) dafür, dass das Endgame interessant bleibt, sofern man min‑maxen will.
Neon‑Sound und animierter Stil
Grafisch ist ZZZ eine Hommage an stylische 2000er‑Cyberpunk: ausdrucksstarke Gesichter, übertriebene Posen und butterweiche Animationen. Zwischensequenzen wirken oft wie kurze Musikvideos und der Soundtrack (San‑Z u. a.) ist wirklich ein eigenes Feature – EDM, Drum'n'Bass und Techno treiben die Fights an. Die Performance ist auf Mittel‑ bis High‑End‑PCs meist stabil, doch in Partikel‑schweren Arenen traten auf meinem Midrange‑Laptop (RTX 3060‑Äquivalent) gelegentliche Drops auf; auf Steam Deck sind ~30–40 FPS praxisnah, aber limitiert. UI und Präsentation sind poliert, doch der Switch von Steam zum HOYO‑Launcher ist ungeschliffen und stört Neulinge. Barrierefreiheits‑Optionen sind vorhanden, trotzdem fehlen mir noch Schalter für Kamerawackeln und ähnliche Komfort‑Einstellungen.

Zenless Zone Zero ist ein fesselndes, oft mitreißendes Action‑Gacha: Kampf und audiovisuelle Präsentation sind erstklassig und haben mich immer wieder abgeholt. Gacha‑Ökonomie, gelegentliche Performance‑Zipperlein und die Steam→Launcher‑Hürde dämpfen das Erlebnis jedoch – besonders wenn du RNG und Launcher‑Gehampel nicht magst. Ich persönlich hatte letzte Woche in einem Boss‑Hollow einen Moment, in dem ich auf den letzten Frame ein Parry landete und damit eine Kettenreaktion auslöste, die das Team rettete; solche Momente zeigen, wie gut der Kern funktioniert. Wenn du stylishe, anspruchsvolle Action suchst und Live‑Service‑Kompromisse in Kauf nimmst, lohnt sich ein Download. Erwartest du hingegen ein reines Einmalkauf‑Spiel ohne Gacha‑Komponenten, dann wäre ZZZ nicht meine Empfehlung.








Vorteile
- Exzellente, gewichtete Kämpfe mit tiefem Timing‑ und Wechselsystem
- Beeindruckende Animationen und ein herausragender Soundtrack
- Im Vergleich zu vielen Gacha‑Spielen relativ F2P‑freundliche Progression
- Vielseitige Agenten und sinnvolle Team‑Build‑Optionen
Nachteile
- Gacha‑getriebene Balance und Powercreep frustrieren im Endgame
- Steam → Launcher‑UX und gelegentliche Performance‑Hänger
- Drive‑Disc‑RNG und Substat‑Grind können mühselig wirken
Spielermeinung
Spieler loben ZZZ für Kampfsystem, Artstyle und Soundtrack – ‚das beste Gacha für Action‑Fans‘ liest man oft. Viele heben hervor, dass kurze Dailies und QoL‑Entscheidungen das Spiel gut als Zeitvertreib tauglich machen, und die großzügigen Pull‑Einkünfte pro Patch helfen F2P‑Spielern, konkurrenzfähig zu bleiben. Kritik konzentriert sich auf HP‑Inflation, Banner‑Timing und das weiter bestehende 50/50‑Pity‑System; Langzeitfans beklagen, dass ältere Units an Relevanz verlieren. Technische Beschwerden – der Steam→Launcher‑Handoff und Framedrops in Partikel‑reichen Arenen – tauchen regelmäßig auf, trotzdem feiern die meisten Community‑Beiträge die Charaktere, die Musik und die Arcade‑Minispiele. Wenn du schnelle, ausdrucksstarke Hack‑and‑Slash‑Action magst und mit Gacha‑Ökonomie leben kannst, empfehlen viele in der Community, ZZZ eine echte Chance zu geben.




