ZeroSpace Review – Hybrid-RTS/RPG mit galaktischer Kriegsführung
ZeroSpace verbindet cineastische RPG-Entscheidungen mit groß angelegten RTS-Schlachten, einem persistenten Galaxiekrieg und großer Fraktionsvielfalt — ein moderner Nachfolger klassischer Strategiespiele, mit Ecken und Kanten.
Am Erscheinungstag bin ich in ZeroSpace gestartet und kam beeindruckt, zwischendurch genervt, aber vor allem neugierig heraus. Es ist ein Hybrid — halb Mass-Effect-ähnliches, entscheidungsgetriebenes RPG, halb StarCraft-artiges kompetitives RTS, dazu eine persistent lebende Galaxie-Karte, die wirklich Gewicht hat. Was mich überzeugt, ist die Art, wie das Spiel Story und Kommandanten in großflächige Gefechte einbindet, ohne Helden zu OP-Monstern zu machen. Wenn du Strategie mit einer Prise Politik-Drama und orbitalen Nukes magst, packt dich das hier am Kragen.

Die Protectorate-Kommandantur und mehr
Der Kern von ZeroSpace ist vertraut und gleichzeitig frisch: Du spielst als Kommandant (wie Aster oder einer der anderen Anführer) und jonglierst mit Makro-Strategien auf einer persistenten Galaxiekarte, um dann in taktische Echtzeit-Schlachten einzusteigen und diese Pläne umzusetzen. Auf dem Schlachtfeld befiehlst du Infanterie, Artillerie, Mechs und Luftwaffen; die Reaktionsfreudigkeit und Wegfindung der Einheiten ist überraschend sauber — man hat Kontrolle, ohne von Mikromanagement erdrückt zu werden. Das Wirtschaftssystem ist im Vergleich zu klassischen RTS-Titanen gestrafft, was Neueinsteigern die Hürde senkt, Veteranen jedoch weiterhin strategische Tiefe lässt. Gefechte reichen von engen Scharmützeln bis zu gigantischen Zusammenstößen mit orbitalen Angriffen, nuklearen Optionen und Mech-Frontbrechern. Multiplayer-Matches sind schnell und adrenalintreibend, während der Koop-Modus auf der Galaxiekarte RPG-artige Progression mit Planeten-Boni und Meta-Belohnungen bietet.
Werkzeuge totaler Kriegsführung: Helden, Fraktionen und Spezialwaffen
Was ZeroSpace besonders macht, ist die Art, wie Fraktionen, Helden und Spezialwaffen zu einem Ökosystem verwoben werden, ohne dass ein Element das Spiel dominiert. Du kannst Protectorate, Grell, Legion oder Xol wählen (plus Söldnerhilfen) — jede Fraktion spielt sich unterschiedlich: Grell breiten Biomasse aus und entwickeln Einheiten, Legion überschwemmt mit opferbaren Truppen und Terror-Panzern, Xol bringen präzise Robotik und modulare Technik. Helden sind vorhanden, ergänzen die Armee aber eher, statt sie zu ersetzen — sie sind mächtige Werkzeuge im Koffer, nicht der ganze Koffer. Dazu kommen orbitale Bombardements, Mechs und eine cineastische Kampagne mit verzweigten Dialogen und Loyalitätsmissionen, die sich in den Galaxiekrieg auswirken. Es sind viele Zahnräder, doch die meisten greifen gut ineinander und erzeugen erinnerungswürdige Momente wie eine rettende Mech-Aktion oder einen perfekt getimten Flux-Angriff.
Eine Bühne für Drama: Präsentation, Sound und raue Kanten
Grafisch macht ZeroSpace bei angepassten Einstellungen etwas her; die Art-Direction ist cineastisch mit fraktionsspezifischem Stil und befriedigenden Effekten in großen Schlachten. Soundtrack und Klangdesign tragen viel zur Stimmung bei — die Musik schwillt an, wenn eine Flanke bricht, und du spürst das. Technisch ist das Spiel jedoch Early Access: Die Performance schwankt je nach Karte und Endgame-Chaos, und die Benutzeroberfläche braucht an einigen Stellen noch Feinschliff (verschachtelte Menüs frustrieren). Die Entwickler sind aktiv und communitynah, viele UI- und Performance-Probleme werden adressiert, aber wer jetzt einsteigt, sollte gelegentliche Bug- und Komfortprobleme einkalkulieren. Zugänglichkeit und QoL sind besser als bei vielen RTS-Versuchen der letzten Jahre, und Veteranen werden die Tiefe unter der gestrafften Oberfläche schätzen.

ZeroSpace ist ein leidenschaftlicher, ambitionierter RTS-Titel, der häufig ins Schwarze trifft: toller Kampf, erinnerungswürdige Fraktionen und ein Galaxiekrieg mit echtem Gewicht. Es ist noch Early Access — raue Kanten sind zu erwarten — doch wer strategische Tiefe, Koop-Galaxiekampagnen und temporeiches PvP mag, sollte jetzt unter Windows einsteigen. Warten solltest du nur, wenn du ein perfekt poliertes reines Singleplayer-Erlebnis erwartest.












Vorteile
- Ambitionierter Hybrid aus RPG-Entscheidungen und großangelegter RTS-Kampf
- Saubere Einheitensteuerung und moderne QoL-Features für RTS-Neulinge
- Persistenter Galaxiekrieg schafft echte Bedeutung und Meta-Progression
- Unverwechselbare Fraktionen und stimmige audiovisuelle Präsentation
Nachteile
- Early-Access-Rauheiten: UI-Inkonsistenzen und gelegentliche Performance-Probleme
- Kampagne und Synchronisation wirken teils unausgeglichen
- Einige Spieler berichten von Bugs und fehlender Politur in Menüs
Spielermeinung
Die Spieler-Resonanz zu ZeroSpace ist recht einheitlich: Gelobt werden das präzise Kampfgefühl, das Persistence-Feeling des Galaxiekriegs und die Zugänglichkeits-Features, die Neueinsteigern den Einstieg ins kompetitive RTS erleichtern. Viele vergleichen das Spiel mit StarCraft 2, loben jedoch, dass Helden unterstützend wirken und nicht alles entscheiden. Die Community schätzt außerdem die Reaktionsbereitschaft der Entwickler während des Early Access und die stetigen Inhaltsupdates. Kritikpunkt ist die fehlende Politur — UI-Zipperlein, Performance-Einbrüche auf chaotischen Karten sowie eine Kampagne, die sich für Einzelspieler noch unvollständig anfühlt. Wer SC2-Tempo mit mehr Meta-Progression und Koop mag, wird Spaß haben; wer ein fertiges Produkt erwartet, braucht Geduld.




