Hell is Us Review – Dunkles Puzzle‑Adventure mit Souls‑Lite‑Anklängen
Ich tauchte in Rogue Factors kriegsverseuchtes, unheimliches Land ein: keine Karte, keine Markierungen, viele Geheimnisse. Wer Erkundung, dichte Lore und knifflige Rätsel liebt (und hakelige Kämpfe sowie Design-Macken verzeiht), sollte hier vorbeischauen.
Hell is Us sticht heraus, weil es dich wirklich zum Hinschauen zwingt — keine Minimap, kein Kompass, keine Wegpunkte. Es erinnert an ein Souls‑Lite, das lieber Detektiv spielen will: viel Weltaufbau und Rätsel, weniger abwechslungsreicher Kampf und große Boss‑Momente.

Ich spielte einen Heimkehrer mit antiker Klinge und einer schwebenden Drohne. Die Kernschleife ist Third‑Person‑Nahkampf, Erkundung halb‑offener Zonen und ein konstanter Strom von Umgebungsrätseln und 'Mysterien', die man zusammensetzt. Es gibt ein kleines Arsenal — Schwerter, Speere, Äxte — plus Glyphen und Waffen‑Upgrades, aber kein klassisches XP‑Leveling: Fortschritt hängt an Ausrüstung und deinem Wissen. Die Drohne bietet Nutzen und narrative Ansätze, während die Heil‑'Pulse'‑Mechanik dich zwischen Angriff und Heilung taktisch zwingt. Erwarten: bewusstes Level‑Design; Orientierung erfolgt über Landmarken statt HUD — man macht sich Notizen oder Screenshots wie ein paranoider Archäologe. Gegner existieren in einigen klaren Typen, die zu stärkeren Varianten hochgestuft werden; das macht Kämpfe fokussiert, aber mitunter repetitiv. Synchronisation, Sounddesign und Inszenierung sind erstklassig und die Schreibe liefert oft echte Gänsehaut. Einige Ecken sind rau — Lade‑ und Backtracking‑Dichte, eine knallharte Autosave‑Logik bei manchen 'Good Deeds' und ab und an angestaubte Kampfsteuerung — aber das puzzlezentrierte Design ist hier Absicht, kein Versehen.

Hell is Us ist nicht für jeden, aber neugierige Spieler, die Atmosphäre, Rätsel und Erzählung lieben, bekommen hier ein einprägsames Indie‑Erlebnis — mit Fehlern. Bring Geduld, einen Controller und ein Notizbuch mit.





Vorteile
- Reife, dichte Schreibe und exzellenter Weltaufbau, der Neugier belohnt.
- Erkundung und Rätsel fühlen sich bedeutsam an – Hinweise zu entdecken macht echten Spaß.
- Beeindruckende Optik, Sounddesign und Synchronarbeit, die eine beklemmende Atmosphäre schaffen.
Nachteile
- Kampf wirkt gelegentlich hakelig und die Gegnerauswahl ist begrenzt — Kämpfe wiederholen sich.
- Einige Rätsel/Backtracking‑Passagen sowie das Autosave‑Speichersystem sind frustrierend und wenig gnädig.
Spielermeinung
Spieler loben die Schreibe, die Stimmung und das Belohnungsgefühl beim Lösen von Mysterien. Viele schätzen, dass das Spiel nicht an die Hand nimmt und die Lore durch Erkundung und Funde aufdeckt. Kritisiert werden vor allem unausgereifte Kämpfe, die geringe Anzahl an Gegnertypen, gelegentliche technische Probleme und ein Ende, das bei manchen Fragen offenlässt. Wenn du methodische Welterkundung magst (stell dir ein puzzlezentriertes Adventure mit leichtem Souls‑Lite‑Kampf vor), wirst du vermutlich hängen bleiben.
